Schulamtsdirektorin informiert über Mittelschulen
Mittelschule ohne Mittelmaß

"Das bayerische Schulsystem ist mittlerweile so durchlässig. Mittelschülern stehen alle Türen offen, wenn sie bereit dazu sind." Zitat: Christine Söllner, Direktorin Schulamt NEW/WEN

Real, Gymi, Mittelschule? Viele Schüler und Eltern brüten gerade über diesen Fragen. Rund ein Drittel entscheiden sich für die Mittelschule. Mit den Abschlüssen können sie eine Ausbildung beginnen - oder auch aufs Gymnasium wechseln.

Neustadt/Weiden. Wer sich am Ende des laufenden Schuljahres nicht für eine andere Schulart entscheidet, wird automatisch einer Mittelschule in seinem Einzugsgebiet zugeteilt. Das sind im Schulamt Neustadt-Weiden 14 Schulen in sechs Verbünden. Doch das heißt nicht, dass diese Schulart eine Notlösung ist. Denn auch von dort haben Schüler jede Möglichkeit, ihre Zukunft zu gestalten, vom Mittelschul-Abschluss bis zum Abitur. "Das bayerische Schulsystem ist mittlerweile so durchlässig", sagt Schulamtsdirektorin Christine Söllner. "Mittelschülern stehen alle Türen offen, wenn sie bereit dazu sind." Nach der 9. Klasse können sie einen mittleren oder qualifizierenden Abschluss erwerben und eine Berufsausbildung beginnen. Sie können aber auch noch über den sogenannten M-Zug die 10. Klasse dranhängen und einen mittleren Schulabschluss machen, der dem Realschulabschluss gleichwertig ist. Damit können sie die Fachoberschulen besuchen oder nach dem Besuch einer Einführungsklasse an das Gymnasium wechseln.

Nach dem Besuch der Mittelschule an der Universität zu studieren ist also kein Problem. Deshalb ist die Schulart nicht nur für Schüler geeignet, die eher praxisorientiert sind. "Manche Kinder brauchen einfach noch das Klassenlehrer-Prinzip, um dann später zu einer anderen Schulform zu kommen", weiß die Direktorin des Schulamtes.

Schülern, die sich für Praxis und Ausbildung interessieren, geben die Mittelschulen von Anfang an Unterstützung. Das geht von Schnuppertagen in Betrieben, über die berufsorientierenden Praktika bis zum Modell "BOM-Regional". Das in der Oberpfalz einmalige Konzept fördert laut Söllner eine Vernetzung zwischen Schule und lokaler Wirtschaft.

Dazu bieten nahezu alle 14 Schulen in den Landkreisen Neustadt/WN und Weiden eine Ganztagsbetreuung an. Wie lange diese geht, hängt von der Nachfrage ab. Das könne bis 17 Uhr laufen, weiß Söllner aus Erfahrung. Und auch die Interessen der Schüler werden gefördert. So gibt es ein Programm zur Förderung von Talenten (TAFF), Lego-Robotik-Kurse, Schüleraustausch oder auch Schülerfirmen. "Die Mittelschule eignet sich für alle. Dort ist jeder gut aufgehoben", betont Söllner.

Infos zum Übertritt14 Mittelschulen gibt es im Schulamtsbezirk: Altenstadt, Neustadt, Floß, Vohenstrauß, Pleystein, Pestalozzi- und Max-Reger-Schule in Weiden, Pirk, Weiherhammer, Pressath, Grafenwöhr, Eschenbach, Kirchenthumbach, Windischeschenbach und Erbendorf. Alle Schulen bieten Infoveranstaltungen und Beratungen nach Vereinbarung an. Termine gibt es auf der Homepage der Schulen oder telefonisch. (blu)


Das bayerische Schulsystem ist mittlerweile so durchlässig. Mittelschülern stehen alle Türen offen, wenn sie bereit dazu sind.Christine Söllner, Direktorin Schulamt NEW/WEN
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.