Sondereinsatzkommando stürmt Asylbewerberunterkunft
19-Jähriger bedroht Beamte mit Messer

Donnerstag, kurz nach 20 Uhr, in Neustadt/WN: Der Gesuchte lässt sich widerstandslos auf der Straße festnehmen. Kurz zuvor haben Spezialkräfte eine Flüchtlingsunterkunft gestürmt. Bild: Zaruba

Großeinsatz am Donnerstagabend: Das Sondereinsatzkommando stürmt eine Asylbewerberunterkunft in Neustadt/WN. Ziel ist ein 19-Jähriger. Der Flüchtling bedrohte Polizisten zuvor mit Messern.

Der junge Mann war bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten. "Er gilt als aggressiv und gewalttätig", berichtet der Leiter des abendlichen Einsatzes, Polizeidirektor Klaus Müller. Er habe in der Vergangenheit immer wieder Streit mit anderen heranwachsenden Mitbewohnern gesucht. In einigen Fällen sei gegen den Mann wegen Körperverletzungsdelikten ermittelt worden. Zuletzt soll er nur noch mit Messern unter dem Kopfkissen geschlafen haben.   
Als sich eine Streife am Nachmittag gegen 14.50 Uhr in der Flüchtlingsunterkunft umsah, sei der 19-Jährige außer sich gewesen und habe die beiden Beamten mit zwei langen Küchenmessern bedroht. Daraufhin schloss sich der Mann in seinem Zimmer ein. Die Polizisten zogen zunächst ab.

Wie Müller und der Neustädter Inspektionschef, Werner Hanauer, weiter informieren, erließ das Landratsamt einen Unterbringungsbefehl: Der Mann sollte in ein Bezirkskrankenhaus eingeliefert werden. Von ihm sei Gefahr ausgegangen, sagt der Polizeidirektor - mit Verweis auf weitere acht Menschen, die in der Unterkunft leben. Aus Nürnberg rückte eine Fahrzeugkolonne mit Spezialkräften des SEK Nordbayern an. Insgesamt "rund zwei Dutzend Polizisten" - auch von den Inspektionen Neustadt/WN und Weiden sowie dem Operativen Ergänzungsdienst - starteten den Einsatz um 19.55 Uhr. Nach wenigen Minuten war er auch schon beendet: Als das SEK gerade die Tür öffnete und das Gebäude stürmte, nahmen Beamte, die eigentlich zur Absperrung eingesetzt waren, den Gesuchten auf der Straße fest. Er leistete keinen Widerstand. Offenbar hatte der Asylbewerber die Unterkunft am Nachmittag nach Abzug der Streife unbemerkt verlassen. Später begann die Polizei damit, das Gebäude zu observieren. Derweil liefen die Vorbereitungen für den Großeinsatz. Ein Sanka und ein Notarztwagen standen während des Zugriffs auf der Straße bereit. Rotes Kreuz und Polizei brachten den Mann ins Bezirksklinikum Wöllershof. Bei der Durchsuchung seines Zimmers tauchte unter dem Kopfkissen eine Steinschleuder mit etwa 25 Zentimetern Durchmesser auf. Die Messer hatte er zwischenzeitlich wieder in der Küche deponiert.
2 Kommentare
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Wolfgang Ignatz aus Kümmersbruck | 01.09.2017 | 13:44  
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Andreas Nows aus Neustadt an der Waldnaab | 18.09.2017 | 14:47  
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