13.03.2018 - 17:18 Uhr
Neustadt an der Waldnaab

Staatssekretär Johannes Hintersberger verleiht Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten Stille Helden der Oberpfalz

Sie sind stille Helden der Gesellschaft, setzen sich fernab des Rampenlichts für ihre Mitmenschen ein - selbstlos, engagiert und mit "vollem Herzblut". Bei der Verleihung des Ehrenzeichens des Ministerpräsidenten stehen sie im Mittelpunkt: 400 Ehrenamtliche aus der Oberpfalz.

Sie leisten "Unglaubliches" für die Gemeinschaft. Dafür zeichnet (von links) Staatssekretär Johannes Hintersberger Hartmut Zeckai, Rainer Schmid, Helga Proske, Gabriele Fröhlich, Sonja Balk und Oskar Panrucker mit dem Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten aus. Bilder: Schönberger (3)
von Julia Hammer Kontakt Profil

Eigentlich hatte sich der scheidende Ministerpräsident Horst Seehofer für die Verleihung in der Stadthalle Neustadt angekündigt. "Er musste jedoch heute eine wichtige Unterschrift unter den Koalitionsvertrag in Berlin setzen. Allerdings hätte es wohl kaum eine bessere letzte Veranstaltung als Ministerpräsident gegeben, als Ehrenamtliche auszuzeichnen", betonte Staatssekretär Johannes Hintersberger, der in Vertretung von Seehofer gekommen war.

Bayernweit engagieren sich fünf Millionen Menschen ehrenamtlich. "Das entspricht 48 Prozent der Bevölkerung - eine unglaubliche Leistung, ohne die unser Land arm wäre", lobte Hintersberger. "Sie stehen für Zusammenhalt, garantieren ein glückliches Miteinander. Sie sagen Ja zum freiwilligen Dienst. Und heute sagen wir: Danke." "Für die bayerische Staatsregierung sind Sie die stillen Helden", hob auch Regierungspräsident Axel Bartelt hervor, als er sechs Personen auf die Bühne bat, die sich seit Jahrzehnten für ihre Mitmenschen einsetzen. Für diesen "unermüdlichen Einsatz" überreichte er ihnen das Ehrenzeichen.

"Ich habe gedacht, ich werde verhaftet", erinnert sich Sonja Balk lächelnd an den Moment, als sie der Brief von der Staatskanzlei erreichte. "Mit der Auszeichnung habe ich nicht gerechnet. Dafür mache ich das ja auch nicht." Die Weidenerin setzt sich seit Jahren für den Erhalt der Oberpfälzer Mundart ein. Schon in den 1970er Jahren stand sie selbst auf der Bühne, wurde Ausschussmitglied des "Weidener Mundarttheater e.V.". Heute führt sie vor allem Regie, setzt besondere Stücke in Szene und ist stets bemüht, neue Schauspieler für den Verein zu gewinnen. "Ob ich weitermache? Wie könnte ich nicht, vor allem nach dieser großen Ehre."

Auch Gabriele Fröhlich aus Neustadt ist eine "Säule der Gesellschaft". Aktiv im Pfarrgemeinderat, leidenschaftliche Querflötenspielerin im Salonorchester, Schriftführerin und stellvertretende Vorsitzende im Museumsverein. "Es gibt kaum einen Bereich, in dem Sie nicht engagiert sind", fasste der Regierungspräsident in seiner Laudatio zusammen. Und auch die Senioren der Stadt profitieren von Fröhlichs Einsatz. Als Seniorenbeauftragte organisiert sie unterschiedliche Veranstaltung, hat immer ein offenes Ohr für Probleme und Anregungen.

"Ich bin völlig überwältigt. Dass ich geehrt werden soll, das weiß ich auch noch nicht lange. Anfang Februar ist Bürgermeister Rupert Troppmann auf mich zugekommen und hat gesagt: Schnell, sag mir alles, was du ehrenamtlich leistest. Wir müssen eine Liste davon nach München schicken. Wir schlagen dich für die Auszeichnung vor." Ihr Einsatz für andere ist für Fröhlich selbstverständlich. Auch, "dass ich so lange weitermache, wie ich kann."

Ein "Segen für die Jugend" ist Rainer Schmidt aus Roding. Seit Jahrzehnten engagiert er sich im Sportverein TB 03 Roding, erst als Trainer, schließlich als Abteilungsleiter der Sparte Volleyball. Auch den Kreisjugendring Cham prägt er als stellvertretender Vorsitzender. "Was wäre die närrische Zeit ohne Helga Proske ?" Nichts. Vor über 30 Jahren rief sie den "Nittenauer Weiberfasching" ins Leben, den sie seitdem jedes Jahr organisiert. Zudem unterstützt sie den Kolpingspielmannszug und die Volleyballabteilung des TSV Nittenau.

Naturschutz - dafür setzt sich Oskar Panrucker aus Konnersreuth ein. Vor 30 Jahren gründete er den Teich- und Fischereiverein. "Seitdem verstehen Sie es, die Mitglieder zu begeistern." Doch nicht nur dort gibt er den Ton an. Er ist leidenschaftlicher Sänger und seit Jahren Mitglied der "Liedertafel Harmonie". Ohne Hartmut Zeckai aus Hemau gäbe es die "Stiftung Lebenshilfe Regensburg", das "Lebenshilfezentrum Rupert Schmid" sowie viele andere Projekte nicht, die geistig behinderten Menschen Perspektiven bieten. "Eigentlich hätten Sie alle eine Auszeichnung verdient", richtete Hintersberger seinen Blick in den Saal mit über 400 Ehrenamtlichen - "wichtige Säulen", ohne die es weit weniger Zusammenhalt gäbe.

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