Stadtrat sieht sich neues Schubboot der Feuerwehr an
Retten auf Rädern

Unter dem vielen Alu verbergen sich Luftkammern für den Auftrieb des neuen Schubboots. Stadträte und Feuerwehr sind sich einig, dass der Kauf des Kahns notwendig war. Bild: phs

Ein hässlicher Name für ein schönes Stück: Flachwasserschubboot. Das hat die Stadt der Feuerwehr für 12 000 Euro gekauft. Der sperrige Name rührt von der Technik des Gefährts her. Die ließen sich die Stadträte bei einem Besuch im Gerätehaus von Kommandant Michael Spranger mal erläutern.

Am auffälligsten: Das Aluminium-Boot für bis zu acht Mann Besetzung hat Räder. Es kann damit bei Überschwemmungen ganz nah an Häuser heranrollen, um etwa Personen aus überfluteten Kellern zu holen. Zudem können diese Mini-Reifen durch breitere Rollen ersetzt werden.

Damit kann das Boot auch auf Eisenbahnschienen fahren. Die Spurbreite stimmt genau. Der Grund für diese Vorrichtung ist mehr als traurig. Mehrmals im Jahr werden die Brandschützer zu Einsätzen gerufen, weil sich Patienten des nahen Bezirksklinikums auf Eisenbahnschienen das Leben nehmen. Um ihre Überreste zu bergen und würdig einer Bestattung zuzuführen, kann das rollende Boot gute Dienste leisten.

Vor allem aber wird der Kahn auf der Waldnaab eingesetzt, um Eisstoß zu lösen, sagte Spranger. Das Geld dafür sei gut angelegt. "Unser altes Schlauchboot war aus dem Jahr 1983. Da haben sich schon die Nähte gelöst. Wir haben niemanden gefunden, der das wieder zusammennähen konnte."

Ein neues Schlauchboot hätte 10 000 Euro gekostet. Vor diesem Hintergrund kam der Gedanke an das unwesentlich teurere Flachwasserschubboot auf. Der Stadtrat war schnell überzeugt. Und fasziniert von der Ausstattung. Am Bug hat die Barke eine Metallplatte, auf der ein Raumlüfter montiert ist. So etwas verwendet die Feuerwehr eigentlich, um Rauch aus Zimmern zu blasen. "Wir nutzen es auf dem Wasser auch als Antrieb. Dann kommen wir mit 25 bis 30 Sachen vorwärts", erklärte Spranger seinen Besuchern.

Die waren versucht, den Feuerwehrleuten immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel zu wünschen. Da dieses Bild bei einem Boot mit Rädern aber hinkt, verzichteten sie darauf. Stattdessen gaben sie den Floriansjüngern die Hoffnung mit auf den Weg, dass ihr Gefährt möglichst selten im Ernstfall einsetzen müssen.

Unser altes Schlauchboot war aus dem Jahr 1983. Da haben sich schon die Nähte gelöst. Wir haben niemanden gefunden, der das wieder zusammennähen konnte.Kommandant Michael Spranger
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