Toni Kellermann bietet ab 1. April Fremdenzimmer im ehemaligen Schwesternheim an
"Eiche" bleibt, "Noah" geht

Jasmin und Toni Kellermann. Bild: lst
 
Vor wenigen Wochen lebten noch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der "Eiche Noah". Das ist Vergangenheit. Der neue "Eichenblick" bietet Touristen und Studenten künftig Zimmer. Archivbild: Schönberger

Die "Eiche Noah" ist Vergangenheit. Die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge, die bis vor wenigen Wochen dort untergebracht waren, sind weg, "in anderen Unterkünften untergebracht", betont Eigentümer Toni Kellermann. Doch schon bald soll wieder Leben in das ehemalige Schwesternheim auf dem Felix einkehren.

(lst/juh) Aus "Eiche Noah" wird zum 1. April die Wohnanlage "Eichenblick": Nachdem Toni Kellermann, Geschäftsführer der Firma "Keto New Oberpfalz GmbH" Ende Januar aus "wirtschaftlichen Gründen und wegen mangelnder Perspektiven" den Entschluss gefasst hatte, die Einrichtung im ehemaligen Schwesternheim für unbegleitete minderjährige Asylsuchende Ende März zu schließen, kehrt in das Gebäude am Felix ab April wieder neues Leben ein. Kellermann und seine Frau Jasmin betreiben dann privat die Wohnanlage "Eichenblick - Unterkünfte und mehr".

Geringe Auslastung

"Die Rahmenbedingungen haben sich gravierend verändert", begründete Kellermann seine Entscheidung, die Einrichtung nicht weiterzuführen. Das Haus "Eiche Noah", das die "Keto" seit Anfang 2015 in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern betrieben hatte, war seit längerem "nicht mehr vollkommen ausgelastet". Im ehemaligen Schwesternheim hatte sich die "Keto" um Jugendliche mit Migrationshintergrund sowie deren Unterbringung, Verpflegung, Betreuung und Förderung gekümmert.

"Die Jugendlichen wurden in den vergangenen Wochen auf andere Einrichtungen verteilt", informierte Kellermann. Der letzte habe die Einrichtung am vergangenen Mittwoch verlassen. "Das lief alles problemlos. Die Einrichtungen waren froh, neue Jugendliche zu bekommen, weil auch einige von ihnen mit zu wenig Belegung zu kämpfen haben. Und die Jugendlichen haben sie vorher besichtigt, wurden nach ihrer Meinung gefragt. Erst dann wurde endgültig entschieden."

Platz für 40 Personen

Schon sein eineinhalb Monaten machten sich Kellermann und seine Frau Gedanken darüber, wie sie das Gebäude auf dem Felix künftig nutzen wollen. Dann fiel der Entschluss: "Wir wollen das Haus in unsere eigenen Unternehmensbereiche integrieren", erzählt Kellermann. Herausgekommen ist die Wohnanlage "Eichenblick", die ab April in 20 Zimmern Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 40 Personen anbietet. Dabei können die Gäste zwischen Ein-, Zwei- und Mehrbettzimmern wählen. "Das Gebäude und die Räume bieten das passende Ambiente", erklärt Jasmin Kellermann. Mit ihrem Mann hatte sie in den vergangenen Tagen die Zimmer auf Vordermann gebracht, "neu gestrichen, neue Betten aufgestellt, Vorhänge angebracht". Zum künftigen Team gehören zwei Reinigungskräfte. "Alles andere übernehmen wir", betont Toni Kellermann.

Der Entschluss, Fremdenzimmer anbieten zu wollen, hat einen bestimmten Grund: "Wir haben festgestellt, dass wir in unserer Region einen enormen Bedarf an Unterkünften, vor allem für Monteure und Studenten, haben. Dabei denken wir auch an Besucher der 800-Jahr-Feier." Bei Bedarf will das Ehepaar Mietern ein Frühstück sowie einen Shuttle-Service anbieten. Schon jetzt gebe es rege Nachfrage, "vor allem von Monteuren", betont der Besitzer.
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