11.07.2017 - 20:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

VdK-Ortsverband Neustadt feiert 70 Jahre Bestehen. Von der Betreuung von Kriegsbeschädigten zum ... Engagement für soziale Gerechtigkeit

Sieben Jahrzehnte VdK: Den runden Geburtstag feiert der zweitgrößte Verein in der Kreisstadt mit einem Festgottesdienst und Dankesreden.

Stadtpfarrer Josef Häring feierte mit den Mitgliedern des VdK-Ortsverbandes und zahlreichen Ehrengästen zum 70-jährigen Bestehen einen Festgottesdienst, bei dem auch der verstorbenen Mitglieder gedacht wurde. Bild: prh
von Hans PremProfil

"Zukunft braucht Menschlichkeit", das Motto des VdK-Verbandes und den Spruch des heiligen Augustinus "Je größer die Liebe, desto leichter die Last" stellte Stadtpfarrer Josef Häring in den Mittelpunkt des Festgottesdienstes auf dem Gelände der "Eichenlaub"-Schützen. Bei herrlichem Sommerwetter hatten sich viele Mitglieder zum Gottesdienst eingefunden.

Nach 38 Dienstjahren als Seelsorger habe er das Empfinden, dass wir in unruhigen Zeiten lebten. "Die Kinderdiagnose ADHS, Hektik, Stress, Burnout, Depressionen wurden zur Plage unserer Gesellschaft", führte der Geistliche aus. Es liege an uns, die Worte Jesus, "meine Last ist leicht" verstehen zu wollen. Das könne auch das Motto für den VdK-Ortsverband werden.

Fundament des VdK

Vorsitzender Quirin Gierisch freute sich bei der anschließenden Begrüßung der Ehrengäste besonders, dass so viele Mitglieder gekommen waren. "Nur miteinander können wir etwas gestalten. Die Mitglieder sind das Fundament unseres Vereins", stellte er fest. Brigitte Ramming ging in einem chronologischen Abriss auf die wichtigsten Ereignisse der vergangenen 70 Jahre ein und erinnerte an die Gründungsversammlung am 14. September 1947, in der Hans Grundler zum Vorsitzenden gewählt wurde. Mit 780 Mitgliedern ist der Ortsverband der zweitgrößte Verein in der Kreisstadt.

Rente muss reichen

Den Wandel von der Beratung und Betreuung der Kriegsbeschädigten, Witwen und Waisen nach dem Krieg zur Öffnung für die Bevölkerung als heute einer der größten Sozialverbände in Deutschland mit 1,8 Millionen Mitgliedern zeichnete dritter Bürgermeister Heribert Schubert nach.

Ehrenamtliche Arbeit sei ein Schatz für jedes Land, denn in besonders schwierigen Zeiten setze ein gelebtes Miteinander ein Zeichen gegen eine Ellbogengesellschaft. "Es sind unsere Werte und Haltungen, die uns leiten, auch in unserer modernen Welt, die scheinbar immer weniger an Traditionen, an Althergebrachtem und an Solidarität untereinander festhält."

Stellvertretender Landesvorsitzender, Bezirks- und Kreisvorsitzender Josef Rewitzer dankte für die hervorragende Arbeit und konstruktive Zusammenarbeit. Bezirksgeschäftsführer Christian Eisenried ging auf die sozialpolitischen Errungenschaften, vom Bundesversorgungsgesetz bis zum Sozialgesetzbuch IX, vom Schwerbehindertenrecht bis zum Abbau von Barrieren, ein.

Die heutigen Kernforderungen: Die Rente muss zum Leben reichen, Gesundheit muss bezahlbar sein, Behinderte dürfen keine Nachteile erfahren und die Armut muss bekämpft werden. Nach dem Mittagessen sorgte das Duo Eckert für die musikalische Unterhaltung am Nachmittag.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp