Vortrag zeigt Schicksal Neustadts im Dreißigjährigen Krieg
Spielball der Mächte

Vor 400 Jahren begann der Dreißigjährige Krieg, von dem sich unsere Heimat lange Zeit nicht erholte. Bei Kriegsbeginn 1618 war Neustadt genau 400 Jahre alt. Diese Zeit in der nördlichen Oberpfalz stellt Dr. Christine Paschen bei einem Vortrag am Donnerstag, 19. April, um 19 Uhr im Alten Schloss in den Mittelpunkt. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der VHS Weiden-Neustadt und der Kulturfreunde Lobkowitz zur 800-Jahr-Feier der Stadt. Eintritt: drei Euro.

Der Prager Fenstersturz löste 1618 einen Konflikt aus, in den schließlich mehrere europäische Mächte verwickelt waren. Die "Obere Pfalz" als östlichstes kurpfälzisches Territorium hatte nach der Annahme der böhmischen Königskrone durch den pfälzischen Kurfürsten Friedrich eine wichtige Brückenkopffunktion zwischen der Kurpfalz mit der Hauptstadt Heidelberg und Prag erlangt. Dies bedeutete allerdings auch, dass die Region zum Auf- und Durchmarschgebiet im sich anbahnenden militärischen Konflikt wurde. Allerdings handelte es sich nicht um ein geschlossenes Territorium, sondern ein Gebiet, in dem verschiedene Interessen konkurrierten. Nach der Niederlage am Weißen Berg 1620 ging das bisher kurpfälzische Gebiet der "Oberen Pfalz" in bayerische Verwaltung über. Dazu kamen das Gemeinschaftsamt Parkstein-Weiden, das zu Pfalz-Sulzbach gehörte, und die Grafschaft Störnstein-Neustadt, die im Besitz der böhmischen Adelsfamilie der Lobkowitz war.

Die konfessionell begründeten machtpolitischen Konflikte wurden letztlich auf dem Rücken der einfachen Leute ausgetragen. Neben direkten Kampfhandlungen und Plünderungen erwiesen sich Kontributionen und Einquartierungen als ebenso verheerend für die Zivilbevölkerung, wie die in vielen Fällen von Söldnern und Flüchtlingen eingeschleppten Seuchen.
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