10.11.2017 - 20:44 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Zoigl-Bruderschaft stellt Baum auf und gräbt Flasche aus "Hurra! Hurra! Die Kirwa lebt"

Mit Hauruck, Liedern und lauten Schüssen hat die Zoigl-Bruderschaft am Freitagabend die viertägige Dotschkirwa beim "Waldhauser" trotz widrigen Wetters ausgegraben und gestartet. "Leit, kummt's her. Lait's enk niad bett'ln, vergesst's a die Verwandt'n nicht, mirkt's af, das's eigäiht in die Schädel, der Kirwabaam wird aufgericht", rief "Hugo" Hecht die Gäste zur 2005 entstandenen Zeremonie.

Die Gesellen der Zoigl-Bruderschaft "Waldhauer" erwecken in der Freyung die Kirwa zum Leben - zumindest bis zum Eingraben am Montag gegen 22 Uhr. Zoiglpfarrer Rudi Bäumler nimmt das Wirtsehepaar Karin und Gerald in die Bruderschaft auf. Bild: Schönberger
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Vitus Braun, Josef Nestl und Andi Kistenpfennig trugen den mit Krawatten geschmückten Kirwabaum zum Ständer am Tor und hievten ihn empor. Die Neustädter Kirwa sei ein Fest für die Jungen und die Alten, rief Hecht den Gästen zu. "Uns g'freit's, wallt's ihr heid kumma sats. Ihr wollts ja wos erleb'n." Beim Heimgehen täte es den Wirt erfeuen, wenn die Kirwagäste ihr Geld ausgegeben haben. "Die Kirwa ist uns heilich, drum erbitten wir den Kirwatrost, fang ma a, sunst wird's lanweilich", holte Zeremonienmeister Bernhard Lang den echten weltlichen Zoiglpfarrer Rudi Bäumler mit seinem Ministrant Franz Spachtholz vor dem ersten Schluck auf den Plan.

"Geliebte Kirwa - wir begrüßen dich", begann der seine Litanei im Zwiegespräch mit den Gästen. "Dass du uns vier schlaflose Nächte bereiten mögest - das hoffen wir von dir."

Einen qualitativen Anspruch erbat der Zoiglpfarrer: "Sollten die Kirwasprüche das Niveau zu tief sinken lassen - gib, dass wir bald wieder beleuchtet werden." Auch wenn der Sprecher auf Almosen für die armen Leute, sich selbst und seinen Begleiter hoffte, geht der Inhalt des Klingelbeutels an die Felix-Ministranten.

Doch dann dachte der Zoiglpfarrer auch an die neuen Wirtsleute: "Dass die Wirtsfrau Karin die Kirwa mit den Zoiglbrüdern guat übersteht - bitte erhöre uns. Dass der Wirt Gerald koan Schädelweih girt und das flüssige Manna im Keller nicht ausgeht - bitte erhöre uns." Erhört wurde auf alle Fälle die Bitte der Zoigl-Bruderschaft, dass der "Waldhauser" nach einem Jahr Kirwapause und einem Besitzerwechsel wieder geöffnet hat.

"Ab heute woll'n zu uns gehör'n, der Bruderschaft des Zoigl, der neue Wirt und sei Karin, ein wirklich schönes Moidl", freute sich Sprecher Hecht auf die Neuaufnahme des Wirtsehepaares in den Kreis der Zoiglbrüder. Dann zogen die Helfer zum Ausgraben der symbolischen Kirwa-Zoiglflasche auf die Wiese des Fahrbahnteilers. "Hurra! Hurra!, die Kirwa lebt." Der Krug geht von Mund zu Mund, die Vorderlader knallen, und die Musikanten Alfons Kistenpfennig, Franz Harrer, Karl-Heinz Deisinger und Theo Helgert stimmen in F-Dur "In Neistadtl is Kirwa" an.

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