11.03.2018 - 20:00 Uhr
Neustadt an der Waldnaab

Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt Nord beklagt Preisrückgang Störenfried Borkenkäfer

Die Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt Nord vertritt 827 Mitglieder mit 7592 Hektar Wald. Ein altes Problem macht ihnen weiterhin schwer zu schaffen.

Mit einem Geschenk bedankt sich FBG-Vorsitzender Sebastian Scharnagl beim früheren Geschäftsführer Andreas Punzmann. Dessen Nachfolger ist Bastian Träger (von rechts). Bild: arw
von Werner ArnoldProfil

Der neue Geschäftsführer Bastian Träger rückte die Borkenkäfergefahr in der Jahreshauptversammlung in der Stadthalle in den Mittelpunkt. Ab 4000 Käfern pro Falle spricht man von einer "großen Gefährdung für den Wald". Im Berichtszeitraum wurden aber über 15 000 Tiere pro Falle gezählt. "Zusätzlich konnte der Käfer 2017 auch eine dritte Generation anlegen", seufzte Träger. Wegen der schlechten Witterung im dritten Quartal wurde zudem kaum Frischholz bereitgestellt. Dies führte zu einem Preisrückgang um fünf Euro für die Fichte.

Lehrreiches aus Kärnten

FBG-Vorsitzender Sebastian Scharnagl berichtete über fünf Gebietsversammlungen. Die Gemeinschaft beteiligte sich am Tag des Hofes in Burggrub, am Holztag der Firma Knorr, am Bauernmarkt in Neustadt und unternahm eine Infofahrt nach Kärnten zur forstlichen Ausbildungsstätte in Ossiach. Die Versuchsfläche gibt es bereits seit 20 Jahren und liegt auf 2000 Meter Höhe.

Seit 1. September ist Bastian Träger neuer Geschäftsführer. Am 1. Oktober wurden in Neustadt die neuen Geschäftsräume eingeweiht. Die FBG will am 19. Juli die "Inter Forst" in München besuchen. Dazu wird ein Bus eingesetzt. Träger dankte seinem Vorgänger Andreas Punzmann für seine neunjährige Tätigkeit. Er bleibt der FBG weiterhin als Obmann für die Holzaufnahme im Bereich Hackgut, Hackschnitzel und Brennholzverkauf erhalten. Scharnagl und Träger überreichten Punzmann als Dankeschön ein Geschenk.

Die Situation im Nadelschnittholz war im ersten Quartal stabil. Witterungsbedingt lief der Holzeinschlag aber schleppend, was sich auf die Preisgestaltung negativ auswirkte, erklärte Träger. Die Fichtenpreise stiegen im zweiten Quartal leicht über 90 Euro an. Doch die längere Frostperiode im Frühjahr erschwerte den Einschnitt in den Sägewerken. So lagen die Leistungen unter dem Soll.

Aus diesem Grund baute sich ein Waldlager auf, das teilweise erst im dritten Quartal abgearbeitet werden konnte. Dazu kam im zweiten Quartal der Schwärmflug der Borkenkäfer, der im südlichen Bereich der Oberpfalz erheblichen Schaden anrichtete. Im Berichtszeitraum wurden 24012 Festmeter Holz geschlagen und verkauft. Von November bis Januar 2018 war keine Waldwirtschaft möglich. 2017 wurden überwiegend Fixlängen vermarktet. Die Sägewerke brauchen weiter Langholz. Selbst bei Hackgut muss ein Anteil von weißem Holz dabei sein, reines Astholz ist nicht erwünscht, betonte der Geschäftsführer.

Loblied auf Frauen

Nur ein Waldbesitzer, der regelmäßig seinen Wald durchforstet und pflegt, der Naturverjüngung fördert und vielleicht ein paar Mischbaumarten pflanzt, könne sicher in die Zukunft blicken. Der Erlös könne gesteigert werden, wenn der Waldbesitzer freiwillig Holz mache und nicht Sturm oder Käfer den Wald vernichteten. Über Förderungen gäben die Förster gerne Auskunft. Gregor Ziegler, vom gleichnamigen Unternehmen in Plößberg, setzte zu einem Lob auf die Frauen an. Er spreche aus Erfahrung. Ohne seine Frau hätte sich seine Firma nicht so gut entwickelt.

Ziegler Erden wurde 1989 von Gregor Ziegler gegründet. In den Anfangsjahren verarbeitete das Werk noch ausschließlich Rohrinde der lokalen Sägewerke zu hochwertigem Rindenmulch. "Die Nähe zur Holzindustrie, zum Forst und zum Gartenbau trieben uns später voran, aus natürlichen Nebenprodukten neue Produkte für den grünen Markt zu entwickeln", so der Chef. Heute gehöre Ziegler Erden zu den größten selbstständigen Erden-Produzenten Deutschlands. Und die Firma stehe für nachhaltiges Wirtschaften.

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