07.01.2017 - 02:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Umsatzsteuersatz für Fotobücher steigt von 7 auf 19 Prozent Bilderspaß statt Lesestoff

Seit 1. Januar gilt für Fotobücher der Umsatzsteuersatz von 19 Prozent. Das ärgert die Chefs von fotobuch.de in Neustadt. Doch Buch ist nicht gleich Buch. Das sagt die EU.

Nach einer EU-Verordnung fallen Fotobücher ab 2017 steuerrechtlich nicht mehr unter Bücher, sondern unter Fotos. Deshalb wird der Umsatzsteuersatz auf 19 Prozent angehoben. Auch fotobuch.de erhöht deshalb seine Preise. Bild: Schönberger
von Lucia SeebauerProfil

Während des Urlaubs, an Feiertagen oder weiteren besonderen Ereignissen greifen Menschen häufig zur Kamera. Ihre Erinnerungen wollen sie auf Papier bannen. Anstatt die Fotos einzeln in ein Album zu kleben, nutzen viele Hobbyfotografen dieses Angebot: Sie lassen sich im Internet ein Fotobuch mit ihren Lieblingsmotiven erstellen. Nun wird der Spaß teurer.

Schuld ist die "Durchführungsverordnung der Europäischen Union 2015/2254" vom 2. Dezember 2015. Darin heißt es, dass "eine fest gebundene Ware ('Fotobuch') aus Papier mit Abmessungen von etwa 21 Zentimeter mal 31 Zentimeter, mit gedruckten vollfarbigen, personalisierten Fotos und kurzem Text zu den Aktivitäten, Veranstaltungen, Personen usw. auf den jeweiligen Fotos in die Position 4911 91 00 einzureihen ist". Das bedeutet im Klartext, Fotobücher werden nicht mehr als "Bücher" im Steuergesetz gelistet, sondern unter "Fotos" eingereiht.

Die EU begründet ihre Entscheidung damit, dass Fotobücher nicht zum Lesen bestimmt sind. Des Weiteren tragen sie keine ISBN-Nummer wie herkömmliche Bücher, da sie lediglich zum privaten Gebrauch gedacht seien.

Der Marketingchef von fotobuch.de Matthias Mikio Lanig kann diese Entscheidung nicht verstehen: "Wir denken nicht, dass die Erhöhung des Umsatzsteuersatzes gerechtfertigt ist. Das ist letztes Jahr entschieden worden, wir bekamen darüber keinerlei Informationen oder eine vernünftige Begründung."

Für ihn steht zudem fest: Die Fotobücher werden für die Verbraucher teurer. "Allerdings betrifft das nur die Bücher. Bei Kalendern beispielsweise wird sich nichts ändern. Diese werden schon mit 19 Prozent verrechnet." Genauso wie der Marktführer Cewe-Fotobuch hat auch fotobuch.de die Preise dementsprechend angepasst.

Sonst sieht Lanig für 2017 keine weiteren Probleme für das Unternehmen. "Wir befürchten trotz der Umstellung keinen Rückgang der Bestellungen für das kommende Jahr", erklärt der Marketingvorstand.

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