Unkonventionelle Stellenanzeige führt bei Neustädter Architekturbüro zum Erfolg
"Grantler und Freibierlätschn gesucht"

Es wird viel gelacht im Architekturbüro Markus Götz in Neustadt/WN. Der Chef (stehend Zweiter von links) konnte mit einer humorvoll gestalteten Stellenanzeige endlich sein Personalproblem lösen. Klaus Gredinger vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Weiden (Erster von links) hat ihn unterstützt. Bild: sbü

Mit dem Satz "Hou hou, die Oberpfalz woa dou" endet eines der ungewöhnlichsten Stellenangebote, die Klaus Gredinger, Chef des Arbeitgeberservices der Arbeitsagentur Weiden, je gesehen hat. "Ich habe es mir überlegt, ob ich diesen Text in die bundesweite Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit einstellen soll", meint er schmunzelnd.

Weil sich auf alle bisherigen Stellenangebote herkömmlicher Art des Neustädter Architekturbüros Götz keine Interessenten meldeten, stimmte Gredinger der Veröffentlichung des ungewöhnlichen Textes zu. Die Anzeige trägt die Überschrift "Grantler und Freibierlätschn gesucht" und beginnt dann mit den Worten "Total langweiliges Möchte-Gern-Architekturbüro im Woid sucht für anspruchslose Kleinprojekte unkreative, unmotivierte Grantler oder Grantlerinnen und Freibierlätschn". Auch sollten Bleistift, Papier und Hocker sowie Kerzen, "weil es hier fast nie hell wird," mitgebracht werden.

Ein Windows95-Rechner mit Nadeldrucker, sowie Fellmützen und Schafwolldecken könnten gestellt werden. Ein geländegängiges Fahrzeug sei von Vorteil und man solle sich auf Arbeitsplätze im Keller einstellen. Als Gredinger das Architekturbüro besuchte, erfuhr er, dass sich die Veröffentlichung zum Volltreffer entwickelt hatte. "Wir haben unser Personal verdoppelt," freut sich Architekt Markus Götz. Zusätzlich zu den bisher vier Mitarbeitern konnten weitere vier gewonnen werden: drei Innenarchitektinnen und ein Stuckateur-Meister für Bautechnik.

"Mit Standardtexten lockst du kei Goaß aus dem Stall", stellt Architekt Götz fest. "Wir sind ein junges Büro, die alten Hasen räumen den Markt leer." Mit dem besonderen Text wollte er "Gleichgesinnte" holen. "Wer die Worte verstehen wollte, hat sie auch verstanden". Alle Bewerber hätten mit ähnlichen Formulierungen, wie im Stellenangebot ausgeführt, auch geantwortet. Schließlich will Götz kein "typisches Architekturbüro" leiten, trotzdem jedoch sehr professionell arbeiten. Mit vielen Referenzprojekten und einer langen Auftragsliste beweist er, dass die neuen Mitarbeiter sich auf sichere Arbeitsplätze freuen können. Aktuell sei das größte Projekt die Generalsanierung der Grund- und Mittelschule Floß. Dorferneuerung, Mehrgenerationenhäuser und ein Biobauernhof stehen ebenfalls auf der Liste. Drei der neuen Mitarbeiter, Lydia, Bea und Daniel arbeiten seit Mitte August im Architekturbüro und sind begeistert über ihren neuen Arbeitsplatz.
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