03.09.2017 - 20:34 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Joachim Herrmann lässt’s krachen

"Böller laden zum Eröffnungssalut, verdämmen, Zündhütchen setzen, spannt den Hahn, Böller hoch - Feuer": Fachkundig gab der Bayerische Innen- und Sportminister Joachim Herrmann das Startsignal zum 18. Nordbayerischen Böllerschützentreffen in Pertolzhofen. Dass er es beherrscht, ist nicht verwunderlich - seit zehn Jahren ist Herrmann den "Böllerern" als Ehrenkommandant verbunden.

Über 300 Hand- und Schaftböller, dazu elf Kanonen und zehn Standböller, ließen es beim 18. Nordbayerischen Böllertreffen in Pertolzhofen in der Gemeinde Niedermurach so richtig krachen. Bilder: Köppl (2)
von Georg Köppl Kontakt Profil

-Pertolzhofen. "Hervorragend" kommentierte Herrmann, als sich Lärm und Pulverdampf des wie aus einem Rohr geschossenen Saluts verzogen hatten. Rund eine halbe Stunde lang ließen sich Ehrengäste und Zuschauer von dem Schauspiel der Böllerschützen beeindrucken, die mit über 300 Hand- und Schaftböllern, elf Kanonen und zehn Standböllern sechs wechselnde Schussbilder zum Besten gaben. Die Begeisterung Herrmanns hallte auch beim offiziellen Teil im Vereinsstodl noch nach: "Hervoragend vorbereitet, sehr gut organisiert, präzise und diszipliniert durchgeführt", durften sich die Verantwortlichen und Schützen vom Innenminister und Schirmherrn dieses Böllerschützentreffens sagen lassen.

Tradition und Kultur

Die Schirmherrschaft teilte sich Joachim Herrmann mit dem Niedermuracher Bürgermeister Martin Prey, der seiner Freude darüber Ausdruck gab, "eine so hochkarätige Kapazität" begrüßen zu dürfen. Er bedauerte, dass er "die letzten zehn Minuten" wegen des einsetzenden Regens als Schirmherr ein wenig versagt habe, aber in der "einzigen voll isolierten und beheizten Festhalle weit und breit" sei die Nässe schnell wieder vergessen. "Wir sind in Bayern stolz auf unser Schützenwesen und ich stehe zu meinen Schützen", stellte Herrmann unter großem Beifall fest, nachdem er den "Schlossfalken" zum 65-jährigen Bestehen gratuliert hatte.

"Die in rund 720 Böllergruppen organisierten fast 10 000 bayerischen Böllerschützen leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt von Tradition, Brauchtum und Kultur", so der Innenminister. Und weiter: "Die Schützen gehen sorgfältig mit ihren Waffen um, sie halten die Vorschriften ein und deswegen ist es diskriminierend, wenn sie unter Generalverdacht gestellt werden". Auch ein weiteres Thema, das bei den Böllerschützen zeit geraumer Zeit für Verärgerung sorgt, verschwieg der Minister nicht: die Wiederholungsprüfungen. Herrmann versprach, sich weiterhin mit der für die Beschussämter zuständigen Ministerin Ilse Aigner in Berlin dafür einzusetzen, dass "die Wiederholungsprüfungen auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden".

Respekt und Anerkennung

Stellvertretender Landrat Jakob Scharf hieß insbesondere die zahlreichen auswärtigen Schützen willkommen, die aus dem gesamten nordbayerischen Raum angereist waren und sprach ihnen für ihre Traditions- und Brauchtumspflege Respekt und Anerkennung aus.

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