05.09.2014 - 00:00 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Gemeinderat diskutiert Sanierung der Waldwege - "Stille Demonstration" in der Sitzung "Schotter alleine genügt nicht"

Die erste Sitzung nach der Sommerpause begann mit einer Überraschung für die Gemeinderäte. Eine Gruppe von etwa 25 Personen aller Altersstufen hatte sich vor dem Eingang zur Mehrzweckhalle formiert und zeigte mit dem Plakat "Keine Windräder in unserem schönen Murachtal" ihr Anliegen auf. Allerdings blieb es auch während der Sitzung bei dieser "stillen Demonstration".

von Udo WeißProfil

Bürgermeister Martin Prey begrüßte Räte und Zuhörer im Sitzungssaal und leitete zu den Bauanträgen über. Daniel Posset aus Schömersdorf beantragte den Bau eines Hauses im "Toscana-Stil" im Baugebiet Fuchsenhöhe II, der eine Abweichung vom Bebauungsplan darstellt. Die Gemeinderäte stimmten geschlossen für die isolierte Befreiung von den Vorgaben hinsichtlich Bauweise sowie Dachform und Dachneigung.

Konkrete Projekte nennen

Ebenfalls eine isolierte Befreiung vom Bebauungsplan beantragte Richard Blab, Pertolzhofen. Er beabsichtigt, "An der Mantlarner Straße" einen Carport mit drei Stellplätzen zu errichten. Hinsichtlich Baugrenze, Dachform und Standort erteilte das Gremium einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Längerer Diskussionsbedarf ergab sich zu dem Antrag der Jagdgenossenschaft Rottendorf auf Reparaturmaßnahmen bei Wald- und Feldwegen.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass in dem Antrag kein konkreter Weg genannt sei. Um einen Beschluss zu fassen, brauche man genauere Angaben, vor allem, wie groß der Aufwand sei. Jagdvorsteher Johann Meier machte dazu nähere Angaben. Nach 50 Jahren seien die Wege kaputt, man müsse Schotter zur Verfügung gestellt bekommen, dann könne man selber einiges reparieren. Schließlich bräuchten Jäger ordentliche Wege zur Wildschweinjagd. Auch für Erholungssuchende und die Jakobswanderer seien intakte Wege wichtig. Deshalb sei die Sanierung den Anliegern allein nicht zuzumuten. "Schotter alleine genügt nicht", stellte der Bürgermeister fest, "die Wege gehören ordentlich aufgebaut."

Angesprochen wurde auch das Problem, dass Flurbereinigungswege für 7,5 Tonnen ausgelegt waren, heute aber mit 40-Tonnern darauf gefahren werde. Da brauche man sich über Schäden nicht zu wundern. Schließlich einigte man sich, an dem Thema dranzubleiben; die Jagdgenossenschaftsvorsitzenden müssten konkrete Maßnahmen beantragen.

Pfarrhof bleibt stehen

Bürgermeister Prey gab noch bekannt, dass der Auftrag für die Entsorgung des Klärschlamms aus der Kläranlage Pertolzhofen der Firma Wedel in Ansbach, erteilt wurde. Er informierte das Gremium, dass die Regierung die Beschaffung von digitalen Funkgeräten für die Feuerwehren der Gemeinde mit rund 11 000 Euro, das entspreche 85 Prozent der Gesamtsumme, bezuschusst. Zur Wasserversorgung von Voggendorf gab Prey einen Sachstandsbericht. Man sei zügig vorangekommen und hoffe vor dem Winter fertig zu werden. Der alte Pfarrhof werde nicht abgerissen, die Kirche behalte das Gebäude und werde die Sanierung übernehmen.

Zu den "Demonstranten gegen Windräder" gewandt, informierte der Bürgermeister, dass der Flächennutzungsplan in Arbeit sei und auch der Wasserschutz geprüft werde. "Wir machen nichts hinter verschlossenen Türen", lautete seine Aussage, bevor es mit der Tagesordnung in der nichtöffentlichen Sitzung weiterging.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp