11.09.2017 - 14:50 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Bildung eine Herzensangelegenheit

Aus Träumen wird Wirklichkeit. Dieser Untertitel im Videofilm über das Schulprojekt in Uganda bringt es auf den Punkt. Pater Thomas berichtete in Niedermurach aber auch selbst vom Fortschritt seines Projekts, aber auch von kulturellen Eigenheiten der Afrikaner.

Sehr spendabel zeigte sich die KLB Niedermurach, die an Pater Thomas Chozhithara Varghese die großzügige Spende von 1500 Euro übergab, sowie der Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein Niedermurach, der noch 200 Euro drauflegte. Auf dem Bild (von links) GOV-Vorstand Martin Stigler, Pater Thomas sowie die KLB-Vorsitzenden Monika Gillitzer und Alfons Wittmann.
von Josef BöhmProfil

KLB-Vorsitzender Alfons Wittmann begrüßte die Anwesenden im Gasthaus Gillitzer, besonders den Referenten Pater Thomas Varghese, ein Geistlicher des Salesianischen Ordens mit indischer Herkunft. Dieser war Pfarrvikar in Undorf, arbeitet nun in Uganda und ist als Urlaubsvertretung im Raum Regensburg anzutreffen.

Film und Vortrag

Steffi Rettinger aus Nittendorf dokumentierte mit der Kamera das Projekt vor Ort und lieferte beeindruckende Informationen über die Arbeit des Missionars des heiligen Franz von Sales. Pater Thomas Chozhithara Varghese seinerseits berichtete in Niedermurach vom Fortschritt seines Schulprojekts und erzählte von der erfrischend-fröhlichen Art der Kinder. Zunächst zeigte Pater Thomas den Videofilm über das Leben eines ugandischen Dorfes. Besonderes Augenmerk der Filmerin galt natürlich der Situation an der neuen Schule. Die Anwesenden erhielten eine Vorstellung über das gesamte schulische Leben bis zu Sport und Spiel, Verpflegung und medizinische Versorgung.

Der Pater beleuchtete die soziale Situation auf dem Land, die familiären Besonderheiten sowie die vielen Schwangerschaften minderjähriger Mädchen und deren Folgen. Als Geistlicher wies er darauf hin, dass er Pfarrer für rund 14 000 Bewohner ist. "Beim wöchentlichen Gottesdienst sind 500 bis 600 Gläubige normal", betonte er und wies darauf hin, dass ein Erweiterungsbau für die Kirche in die Wege geleitet ist. Der Pfarrer sei hier nicht nur Seelsorger, sondern ein "Lösungsfinder".

Bildung ist für Pater Thomas eine Herzensangelegenheit, weshalb er sich schon seit Jahren für schulische Projekte stark macht. Bei der Eröffnung seiner Schule in Uganda, die für 100 Kinder ausgelegt war, kamen 223. "Kein Kind wurde abgewiesen", berichtete er in Niedermurach, "es wurde improvisiert bis jedes Kind einen Platz hatte." Inzwischen erfolgt der Bau von sechs zusätzlichen Klassenräumen, die im Januar 2018 fertig sein sollen. Das Schulprojekt ist eine Secondary School, also eine weiterführende Schule mit dem Abschluss der Mittleren Reife oder des Abiturs.

Finanziert wird der Schulbetrieb durch ein Schulgeld, durch Spenden und den Rest durch den Orden der Salesianer. Von den Ärmsten wird kein Schulgeld verlangt, welches auch die Verpflegung aus der Schulküche beinhaltet. Private Schulen erhalten von der Regierung keine Unterstützung. Zur Schule gehört ein landwirtschaftlicher Betrieb; die Kinder arbeiten bei Pflanz- und Ernteaktionen mit und tragen zur 40-prozentigen Eigenversorgung der Schule bei. Außerdem ist jedes Schulkind verpflichtet, einen Baum zu pflanzen. 40 Prozent des Stromverbrauchs ist durch eigenen Solarstrom gedeckt, die Wasserversorgung erfolgt aus eigenen Tiefbrunnen. Ziel sei es, den Schulbetrieb weitestgehend unabhängig von der öffentlichen Versorgung zu machen.

Keine Schläge

Gerne beantwortete Pater Thomas die zahlreichen Fragen der Zuhörer. So werde die Polizei wegen Fehleinschätzungen oder unangemessenen Schusswaffengebrauchs nicht zur Rechenschaft gezogen; die Korruption sei auf verschlungenen Wegen allgegenwärtig. Gewalt (Schläge etc.) werde an seiner Schule strikt untersagt, was jedoch nicht immer im Sinne aller Familien sei. Der Referent bat schließlich um finanzielle Unterstützung für Kirchenanbau und Schulprojekt, aber auch zur Unterstützung der Ärmsten in seiner Umgebung. Spenden können über den Verein "Maisha pamoja" abgewickelt werden (siehe Kasten).

Hilfsorganisationen

FOSTER

FOSTER (Fransalian Organization for Social Transformation Education and Renewal) lautet übersetzt: Fransalische Organisation für soziale Transformation, Bildung und Erneuerung. Diese wurde gegründet, um Straßen- und Waisenkinder zu unterstützen und ihnen Schutz, medizinische Behandlung, Schulbildung zu bieten. Es ist ein Projekt der Missionare des heiligen Franz von Sales (Fransalians, MSFS ist das Ordenskürzel), Provinz Ostafrika.

Maisha pamoja e.V.

"Maisha pamoja" bedeutet auf deutsch "Gemeinsam leben". Es handelt sich um einen gemeinnützig anerkannten Verein mit Sitz in Arnstein, der Zuwendungen für das Schulprojekt von Pater Thomas Varghese zu 100 Prozent weiterleitet. Iban DE 28 7905 0000 0046 3375 07, Verwendungszweck: P. Thomas-Foster-Uganda. Der Verein ist berechtigt, Spendenquittungen auszustellen (www.maisha-pamoja.de). (boj)

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp