13.04.2018 - 15:12 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Errichtung des neuen Pfarr- und Jugendheims schreitet voran Neue Dachhaut für das Pfarrhaus

Die Winterpause auf der Baustelle ist vorbei: Am Pfarrhaus in Niedermurach geht die Sanierung weiter. Unter Hochdruck sorgen Zimmerleute und Maurer dafür, dass täglich ein Baufortschritt zu bemerken ist. Auch im Inneren des Gebäudes ist nichts mehr wie es mal war.

Die Arbeiten für das künftige Pfarr- und Jugendheim Niedermurach laufen auf Hochtouren: Die denkmalgerechte Dachsanierung schreitet mit der Eindeckung dem Abschluss entgegen. Im Vordergrund ist bereits das Mauerwerk für den neuen Pfarrsaal sichtbar. Bilder: boj (3)
von Josef BöhmProfil

Im März herrschten noch eisige Temperaturen, als Arbeiter der Firma Bauer das Gerüst um das Anwesen aufstellten, um mit dem Projekt "Pfarr- und Jugendheim" loszulegen. Daraufhin sollte eigentlich mit der Sanierung des Daches begonnen werden. Doch Niederschläge und anhaltender Frost ließen Dacharbeiten wegen erheblicher Rutschgefahr nicht zu. Erst der April brachte mit Trockenheit und angenehmer Wärme den erhofften Witterungsumschwung.

"Der Gesamtzustand ist auf das Alter gesehen relativ gut, es gibt kaum Holzwurmbefall, die tragenden Teile sind gut erhalten", so beurteilte Zimmerermeister Michael Süß den denkmalgeschützten Dachstuhl. Nach dem Entfernen der alten Dachziegel, traten aber doch einige zum Teil erhebliche Schäden zutage. So mussten die Mauerschwellen teilweise ausgewechselt werden. Komplett erneuert wurden die "Aufschieblinge" am Dachfuß, das sind Holzteile zum Verlängern der Sparren in Richtung Traufe. Sehr marode bis baufällig präsentierte sich die Krüppelwalm auf beiden Gebäudeseiten und bedurfte ebenfalls einer vollständigen Erneuerung.

Schutz vor Nässe

Des weiteren wurden Sparren in der Höhe angepasst, schadhafte Teile ausgewechselt sowie kleinere Schadstellen im Gebälk fachgerecht gehoben. Mit der Dacheinschalung, dem Einbau einer "diffusionsoffenen Schalungsbahn" und Biberschwanzdachziegeln sind Dachstuhl und Gebäude für die Zukunft gut gegen Feuchtigkeit von außen geschützt.

Dass die Bauherrn früherer Tage auf Genauigkeit nicht viel Wert legten und Mauern geradezu willkürlich hochgezogen wurden, fand an diesem Objekt seine Bestätigung: Während das Pfarrhaus auf der Seite zur Mühlgasse 18 Meter lang ist, beträgt die gegenüberliegende Seite nur 16,5 Meter; auch mit dem waagerechtem Mauerwerk wurde es nicht so genau genommen. Für die heutigen Zimmerer bedeutete es eine echte Herausforderung, für die Eindeckung einen annehmbaren und unauffälligen Ausgleich zu finden. Mit Erfahrung, Fachwissen, praktischen Können und einem ordentlichen Schuss Ehrgeiz schafften die Fachleute hier eine denkmalgerechte Sanierung des Dachstuhls.

Der kalte März hatte natürlich wenig Einfluss auf die Arbeiten im Innenbereich. Facharbeiter der ortsansässigen Baufirma Josef Bauer entfernten aus allen Räumen im Erdgeschoss die Betonböden sowie das darunterliegende Erdreich und verlegten Rohrleitungen. Eine eingebrachte Sickerschicht aus Schotter und eine Lage aus Einkornbeton sollen künftig Feuchtigkeit vom Mauerwerk weitgehend fernhalten. In allen Räumen des Erd- und des Obergeschosses ist der Putz abgeschlagen, ebenso von der gesamten Fassade, und zwei überflüssige Kamine wurden vom Dach zurückgebaut.

Chaos aus Bauschutt

Als überaus staubige Angelegenheit erwies sich das Putzabschlagen und der Abbruch von Zwischenwänden im Zuge der Neugestaltung des Obergeschosses. Zeitweise glich die Etage einem Schlachtfeld. Mit Pickel, Schaufel und Stemmhammer sorgten die Handwerker bisweilen für einen Hauch von Chaos aus Staub, Bauschutt und Erdhaushub. Nun, da der Schutt entfernt ist, lässt sich schon erahnen, wie weitläufig die neuen Gruppenräume sein werden. Inzwischen sind auch die Maurerarbeiten für den Neubau des Pfarrsaals im Gange. Jeden Tag ist hier ein Baufortschritt zu sehen, der das langersehnte Ziel eines Pfarr- und Jugendheims näher rücken lässt.

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