Über 60 Jahre im Weinberg des Herrn tätig
Abschied von Pfarrer Kiener

Letztes Geleit für Bischöflich Geistlichen Rat Anton Kiener zu seiner Ruhestätte, dem Priestergrab im Friedhof Windischeschenbach. Vor dem Sarg von links: Erzbischof Ludwig Schick, Dekan Thomas Jeschner und Stadtpfarrer Hubert Bartel. Bilder: boj (2)
Vermischtes
Niedermurach
27.12.2016
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Im Juli 2015 feierte Bischöflich Geistlicher Rat Anton Kiener das Diamantene Priesterjubiläum. Vor wenigen Tagen, am 19. Dezember, verstarb er im 62. Priesterjahr in Windischeschenbach. Am Requiem nahm auch eine Gruppe aus seiner Heimatpfarrei Niedermurach teil.

In seinen Einleitungsworten bezeichnete Weihbischof Reinhard Pappenberger Pfarrer Anton Kiener als unermüdlichen und treuen Arbeiter im Weinberg des Herrn und brachte den Dank der Diözese Regensburg zum Ausdruck.

Wort Gottes verkündet

Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg, zu dem Pfarrer Kiener viele Jahre freundschaftliche Kontakte pflegte, zeichnete in seiner Predigt das Lebensbild eines gewissenhaften, vertrauenswürdigen und bescheidenen Priesters. Sein über 60 Jahre währendes priesterliches Wirken sei geprägt von vielen guten Werken, Pflichterfüllung und überzeugender Verkündigung des Wortes Gottes. Er legte der Trauergemeinde nahe, Anton Kiener nun Gott anzuvertrauen und fügte hinzu: "Überlasst Gott das letzte Wort!"

Zusammen mit Weihbischof Pappenberger und 23 Mitzelebranten, darunter auch Pfarrer Herbert Rösl, zelebrierte Erzbischof Schick das Pontifikalrequiem in der Sankt-Emmerams-Kirche Windischeschenbach. In den Nachrufen würdigten Dekan Thomas Jeschner für das Dekanat Neustadt/WN, Kurssprecher Prälat Heinrich Wachter, PGR-Sprecher Simon Mauerer (Windischeschenbach), Ministrantensprecherin Christina Kurz und PGR-Sprecher Wolfgang Beer (Falkenberg) die Verdienste des Geistlichen durch zuverlässige und vertrauensvolle Mitarbeit in der Seelsorge.

Bürgermeister Martin Prey gab einen Einblick, auf welch vielfache Weise Anton Kiener seine Verbundenheit zur Heimatpfarrei St. Martin bekundete. Mit seiner bescheidenen und väterlichen Art war er ein gerngesehener Aushilfsseelsorger, der viele Male am Altar seiner Heimatkirche stand. Eine besondere Ehre und Freude bedeutete es für die Pfarrgemeinde, dass Anton Kiener seine Priesterjubiläen (55 und 60 Jahre) jeweils bei Pfarrfesten auch in Niedermurach feierte. Im Namen der Pfarrei brachte der Bürgermeister seine Wertschätzung zum Ausdruck und dankte BGR Kiener für sein Wirken. Zahlreiche Gläubige, seine Mitbrüder im Priesteramt sowie Erzbischof Schick nahmen an der Beisetzung teil. Dekan Thomas Jeschner vollzog die sehr berührende Einsegnung an der Priestergrabstätte im Friedhof Windischeschenbach.

Stationen des priesterlichen Weges von Anton Kiener waren zunächst Waffenbrunn, Pullenreuth und Eslarn, ehe er im September 1964 die Pfarrei Falkenberg übernahm. 26 Jahre wirkte er dort als Seelsorger, bis er im August 1990 in den Ruhestand trat. Von da an lebte BGR Kiener als Ruhestandsgeistlicher in Windischeschenbach und unterstützte die Pfarreien der Umgebung als Aushilfe.

Gemeinsames Jubiläum

Gerne kam er auch immer wieder an den Ort seiner Kindheit und zelebrierte Gottesdienste in seiner Heimatkirche. Unvergesslich bleibt sein 55-jähriges Priesterjubiläum, das er gemeinsam mit seinem Bruder Pfarrer Johann Kiener (50 Jahre Priester), Pfarrer Hans Kraus (60 Jahre) und Pater Georg Raiml (50 Jahre) beim Pfarrfest 2010 feierte. Den 60. Jahrestag seiner Priesterweihe beging Geistlicher Rat Anton Kiener im größeren Rahmen, bei dem auch Erzbischof Ludwig Schick zu Gast war, in seiner ehemaligen Pfarrei Falkenberg. Doch auch die Pfarrei Niedermurach lies er an diesem seltenen Jubiläum teilhaben und feierte beim Pfarrfest 2015 noch einmal. Nach 26 Jahren als Ruhestandsgeistlicher, stets begleitet und umsorgt von Haushälterin Maria Kahl und bis zuletzt im priesterlichen Dienst, verstarb er als letzter der Jubilare von 2010 im Alter von 88 Jahren.

Durch seine bescheidene und väterliche Ausstrahlung genoss Anton Kiener in der Pfarrei Niedermurach hohes Ansehen, und sie wird ihn in dankbarer Erinnerung behalten. Für Donnerstag, 12. Januar, sind die Pfarrangehörigen zu einem feierlichen Requiem eingeladen.

WerdegangAm 7. April 1928 kam Anton Kiener in Schlotthof, Pfarrei Niedermurach, zur Welt und wuchs dort mit vier Brüdern und einer Schwester auf. Ab 1939 besuchte er das Alte Gymnasium in Regensburg. Erst 1949 konnte er das Abitur ablegen, da er zwischendurch zum Kriegsdienst einberufen wurde. Nach dem Studium von Philosophie und Theologie in Regensburg erhielt er 1955 von Erzbischof Michael Buchberger die Priesterweihe. Am Dienstag, 5. Juli 1955, feierte er sein erstes Messopfer in seiner Heimatpfarrkirche St. Martin in Niedermurach. Die Freude darüber war sehr groß, denn nach rund 50 Jahren gab es wieder einen Primizianten in der Pfarrei. (boj)
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