11.02.2018 - 18:16 Uhr
Nittenau

Faschingszug in Nittenau "Sechs Prozent mehr Bier!"

Was die IG Metall kann, das haben die Jungs vom TSV Nittenau schon lange drauf. Sie schlüpfen in rote T-Shirts, hängen sich Trillerpfeifen um und verlangen: "Sechs Prozent mehr Bier!". Diese Forderung geben sie beim Faschingszug in Nittenau kund.

Der Faschingszug in Nittenau war farbenfroh. Die Teilnehmer präsentierten sich ausgelassen und gut gelaunt.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Bei Veranstaltungen wie der am Sonntag kommt es nicht selten vor, dass die Teilnehmer die große Politik persiflieren. Allerdings verzichteten die Nittenauer diesmal weitgehend darauf. Das soll aber nicht heißen, dass sich die Vereine und Gruppen nichts einfallen lassen haben. Die Feuerwehr Nittenau bekräftigte etwa, dass sie nicht nur bei Bränden oder Unfällen zu Hilfe eilen, sondern auch bei anderen Notfällen ausrücken. Sie verkleideten sich als Pizzabäcker und schrieben auf ein Plakat: "Wenn hier noch drei Lokale schließen, gibt's bald nix mehr zu genießen. Und plagt dich dann der Hunger sehr: Ruf an bei der Feuerwehr."

Das Brauhaus Nittenau marschierte gar als Bierkasten durch die Stadt. Ein ebenso starker Auftritt war der von Karl Bley. Der Bürgermeister streifte sich ein Superman-Kostüm über. An seiner Seite waren gleich zwei Batmans. Unwahrscheinlich, dass sich an diesem Tag jemand mit dem Stadtoberhaupt angelegt hat. Auch viele andere Kostüme waren kreativ oder zählten zu den Klassikern: Ob ein Herr, der als "Der 100-Jährige, der aus dem Fenster sprang, und im Nittenauer Fasching verschwand" ging, oder das Einhorn, das mittlerweile bei solchen Events obligatorisch ist. Selbst so ein bisschen Sterben hielt die Nittenauer nicht davon ab, ihren Spaß zu haben - eine Gruppe Untoter hatte an ihren Wagen geschrieben: "Wir haben die Nacht zum Tag gemacht, das hatte uns umgebracht. Doch wie ihr seht, es geht uns gut; tot oder lebendig, das Feiern liegt uns im Blut."

Einziger Wermutstropfen war am Sonntag das Wetter. Wegen der Kälte entschieden wohl einige, lieber zu Hause zu bleiben. Es kamen weniger Zuschauer als im vergangenem Jahr. Die Kinder, die da waren, dürften sich dafür gefreut haben. Weniger Menschen bedeuten mehr Bonbons. Ganz ohne Warnstreik und Trillerpfeife dürfte die Ausbeute größer ausgefallen sein: mindestens sechs Prozent mehr Süßes.

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