Begeisterung beim ersten sommerlichen Rathauskonzert
Feine Musik statt Bürokratie

Dominik Kossakowski (Violine) und Elena Postumi (Klavier) gestalteten das erste der Konzertreihe "sommerliche Rathauskonzerte) mit bezaubernder Musik, die sie mit faszinierender Präzision zu Gehör brachten.
Kultur
Nittenau
22.08.2017
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Dominik Kossakowski (Violine) und Elena Postumi (Klavier) gestalteten das erste der sommerlichen Rathauskonzerte mit bezaubernder Musik, die sie mit faszinierender Präzision zu Gehör brachten. Bild: sir

Das Rathaus-Foyer in Nittenau ist im Alltag eher Durchgangsstation für Mitarbeiter und Bürger mit ihren bürokratischen Anliegen. Davon war am Sonntag kaum mehr etwas zu spüren. Stattdessen beherrschte ein Flügel die Szenerie: Premiere für die Rathauskonzerte 2017.

"Sommerliche Rathauskonzerte" steht ganz nüchtern auf der Vorderseite des Werbeflyers. Die Innenseiten wecken die Neugier auf die drei Konzerte, ihnen gemein ist die klassische Stilrichtung. Doch die Auswahl der Komponisten und die Interpreten lassen den geneigten Konzertbesucher erkennen, dass es spannend wird. Die Musik unterstreicht im Wesentlichen die Charaktere der Komponisten, die aber wiederum auch durch die Zeitgeschichte geprägt wurden. Eine Reise durch diese Geschichte bieten die Konzerte in diesem Jahr für die Gäste an.

"Viel Vergnügen und gute Unterhaltung" wünschte Bürgermeister Karl Bley den Besuchern am Sonntagnachmittag zu Beginn des ersten von drei Konzerten. Die Stuhlreihen im Foyer waren gut gefüllt. Bley hieß besonders den Mentor dieser Konzertreihe willkommen: Kurt Seibert, emeritierter Professor für Klavier und Kammermusik an der Hochschule für Künste in Bremen, war aus dem hohen Norden angereist.

Gegen Widerstände

Prof. Seibert erinnerte an die Anfänge der Konzerte. Diese gehen auf das Jahr 2007 zurück, dem Nordgautag in Nittenau. "Ich habe das Rathaus durchgesetzt, gegen alle Widerstände", erinnerte sich Seibert. "Wir sind allerdings darauf angewiesen, dass Sie das wertschätzen", richtete er sein Wort an das Publikum.

Alle Konzerte haben ein bestimmtes Konzept. Die "sommerlichen Rathauskonzerte" sind kleine Sommerevents, wie sie nach Ansicht des Professors "in ganz Deutschland aus der Erde sprießen". Das Pflänzchen pflegt Seibert vortrefflich, vor allem dadurch, dass er herausragende Musiker nach Nittenau lockt.

Den Anfang bildeten am Sonntag der vielfach preisgekrönte Geiger Dominik Kossakowski und am Klavier Elena Postumi. Musikalische Avantgarde habe es immer gegeben, darauf verwies Seibert in seiner Einführung. Beethoven gehörte zu seiner Zeit dazu, Chopin sei ein Gefühlsmusiker schlechthin gewesen. Er musste zu seiner Zeit im 19. Jahrhundert heftige Kritik einstecken.

Beethoven und Mozart

Von dieser musikalischen Avantgarde überzeugen konnten sich die Zuhörer zunächst bei zwei Werken von Beethoven und einem Stück von Mozart. Ernest Chausson und Maurice Ravel standen nach der Pause auf dem Programm. Gefühlvoll setzten Dominik Kossakowski und Elena Postumi diese besonderen Werke um. Das Publikum applaudierte frenetisch, und so gab es noch eine kleine Zugabe. Am kommenden Donnerstag wird Kurt Seibert den Klavierabend mit Werken von Robert Schumann, Wolfgang Amadeus Mozart, Johannes Brahms und Frederic Chopin gestalten.

Am Sonntag (16 Uhr) beschließt das Konzert unter dem Leitgedanken "Songs and Sounds" die diesjährige Reihe der sommerlichen Rathauskonzerte mit Marina Szudra (Gesang) und Claudia Janet Birkholz am Klavier. Informationen und Karten zu den weiteren Konzerten gibt es beim Touristikbüro der Stadt unter Telefon 09436/90 27 33 oder per Mail an die touristik@nittenau.de.
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