18.10.2017 - 20:00 Uhr
NittenauOberpfalz

Filmemacher zu Gast im Kinocenter Bayern-Exit als Komödie

Wenn ein Ministerpräsident während einer Pressekonferenz "austreten" sagt, kann das in "Brexit"-Zeiten ungeahnte Dimensionen erreichen. Soll der Freistaat Bayern wirklich der Bundesrepublik den Rücken kehren? "Mia san mia", das Selbstbewusstsein ist den Bayern nicht fremd. Stoff genug also für einen unterhaltsamen Film, dessen Macher im Nittenauer Kinocenter einiges zu erzählen hatten.

Das Filmteam freute sich gemeinsam mit Kinobetreibern Franz und Christine Mauerer (rechts) über das rege Interesse an dem Film "Austreten". Bild: sir
von Ingrid SchiederProfil

Zeugen dieses Missverständnisses wurden die Besucher des Nittenauer Kinocenters, in dem der Streifen am Freitag gezeigt wurde. Die Story: Die Medien stürzen sich auf diese Sensationsnachricht. Und plötzlich sieht sich der Ministerpräsident einem Trubel ausgesetzt, dem er entfliehen will. Wo ist Johann Reitmeier (gespielt von Markus Böker)? Dieser Frage spüren nicht nur Journalisten nach, sondern auch seine Familie und überhaupt die Öffentlichkeit. "Keine Politik in meinem Wagen", diese Aussage des Kurierfahrers, der Reitmayer mitnimmt, kommt dem Politiker gerade recht. Tochter Kathi (Tanja Schmidbauer) und Sohn Martl (Andreas Obermeier) suchen ihren Vater. Aber auch der Journalist Marco (Thomas Schmidbauer) ist ihm auf den Fersen. Die beiden haben eher ein zwiespältiges Verhältnis zu ihm. Quer durch den Freistaat führt sie ihre Suche.

Vielfältige Lebensstile

Die Begegnungen mit den Menschen lassen das bayerische Naturell aufblitzen: Vor allem die Herzlichkeit ist es, die das Publikum fasziniert. Offen sein für andere Sichtweisen und andere Lebensstile, ob vegetarisch oder vegan, ob mit Ordnungsliebe oder im Chaos. Eine wahre Odyssee beginnt also und der Ministerpräsident macht die Erfahrung, dass Politik nicht alles ist. Kehrt er wieder zurück ins Amt? Nach dem Film präsentierten sich die Schauspieler ihrem Publikum, waren gerne bereit, Fragen zu beantworten. Nein, mit dem Brexit habe der Film nichts zu tun. Als die Idee dazu aufkam, dachte noch niemand an diesen EU-Austritt. Wohl hatten die Bayern, aus unterschiedlichsten Motivationen heraus, an die Souveränität ihres Bundeslandes gedacht, was dann die Idee zu dieser Handlung war.

Das Interesse am Filmemachen ist bereits früh erwacht. Tanja Schmidbauer erzählte im Kinocenter, dass sie bereits 2003 mit Bruder Andreas und Cousin Thomas mit einer Lego-Filmkamera gespielt hatte. Daraus wurde schließlich das Filmteam. Zweieinhalb Jahre habe es gedauert, bis der Film im Kasten war. Begonnen wurde Anfang 2015, gedreht wurde im Sommer 2016. Die meisten Darsteller haben andere Hauptberufe, und so konnte nur an den Wochenenden sowie im Urlaub am Film gearbeitet werden. Gedreht wurde am Chiemsee, in München, Franken und in der Holledau. Auch bestimmten die Zeitpläne der Profi-Darsteller wie Christine Eixenberger, Eisi Gulp, Saskia Vester, Markus Böker, Volker Heißmann und Peter Rappenglück die Termine der Dreharbeiten.

Nicht einfach gewesen seien auch einige der Szenen mit vielen Komparsen, beispielsweise die Pressekonferenz. Markus Böker und Peter Rappenglück hatten bereits beim Film "Hinterdupfing" von Schmidbauer-Film mitgewirkt und waren sofort wieder dabei. Über ihre Agentin hatte Saskia Vester von dem Projekt "Austreten" erfahren.

Selfies und Autogramme

Im Foyer standen die Darsteller für die Zuschauer für Selfies zur Verfügung. Christine Mauerer hatte zwei Tassen zum Film verlost, die die Darsteller gerne signierten. Musikalisch begleitet wurde das Team von Dieter Weber, Vorsitzender des Trachtenvereins "d' Regentaler". Ob es noch einmal einen Film geben wird? "Wir haben unsere Nische gefunden", lautete die zustimmende Antwort.

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