Autor Achim Amme wirft genauen Blick auf Vita von Hans Christian Andersen
Ein märchenhaftes Leben

Achim Amme, Hamburger Autor und Schauspieler, zog seine Zuhörer mit seiner Lesung über Hans Christian Andersen in den Bann. Bild: sir
Lokales
Nittenau
16.04.2013
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Berühmt wollte er werden, Hans Christian Andersen. Dieses Ziel hat er erreicht, wenn auch auf eine Weise, wie sie ursprünglich so nicht angedacht gewesen sei. Berühmt sind auch seine Werke, Märchen, die teils autobiografische Züge tragen. Ringelnatz-Preisträger Achim Amme, ein Hamburger Autor und Schauspieler hat sich mit dem ungewöhnlichen Lebenslauf von Hans Christian Andersen und sich mit dessen Werken beschäftigt.

Seine Einsichten und einige Märchen von Andersen offenbarte er bei einer Lesung am Freitagabend im "Haus des Gastes", wo er von Carolin Schmuck, Leiterin des Volksbildungswerkes (VBW), begrüßt wurde. Demnächst werde in Nittenau ein Dänisch-Kurs angeboten, ergänzte die Sprecherin.

Wer war nun der Mensch, der hinter diesen Märchen steckt? Viele Biografien habe Hans Christian Andersen über sich geschrieben. Achim Amme begann mit der Erstverfassten, die wohl authentischste und ehrlichste, die der Märchenerzähler geschrieben habe. Seine Großeltern seien reiche Bauersleute gewesen. Der Großvater habe von seinem Sohn, also von Hans Christian Andersens Vater verlangt, dass er Schuhmacher werden soll. Andersen erzählte weiter, dass sein Vater nicht ohne Bildung gewesen sei, der Vater der Kopf war, "für die Mutter war alles Herz". Auch wenn der Berufswunsch noch so abwegig erschien, sollte ihn der Sohn verwirklichen. Krank sei sein Vater vom Krieg heimgekommen, bald darauf gestorben. Die Mutter verdiente nun das Brot in einer Fabrik, Hans Christian musste die Armenschule besuchen.
Für seine Lehrer schrieb er Gedichte, die machten sich darüber lustig. Um das karge Einkommen der Mutter aufzubessern, waren die Kinder als Chor unterwegs. Die Stimme von Hans Christian Andersen sei sehr gut angekommen. Deshalb sollte er zum Theater. Dieser Gedanke habe sich in ihm festgesetzt. Andersen habe Bücher verschlungen.

Andersen habe sich das Leben als Märchen vorgestellt, in dem er dann auch auftreten solle. Im Alter von 14 Jahren reiste er nach Kopenhagen, mit dem Ziel Schauspieler zu werden. Seinen Lebensunterhalt hat er sich damit verdient, dass er an die Türen klopfte und merkwürdige Tänze und Improvisationen von Szenen des Dichters Holberg zum Besten gab: Ein merkwürdiger junger Mensch, der aber sehr gut ankam und auch Unterstützung fand. Der Stimmbruch beendete Andersens "Gesangskarriere", auch als Tänzer und Schauspieler wollte es nicht so recht klappen. Da habe Hans Christian Andersen angefangen, Theaterstücke zu schreiben.

Jonas Collin, Direktor am Theater in Kopenhagen, habe sich seiner angenommen und ihn gefördert. Aus der unglücklichen Zeit in der Schule entstand das Gedicht "Das sterbende Kind". Andersen unternahm als erwachsener viele Reisen, fand in Deutschland Vorbilder in Heine und Goethe. In Italien schrieb er "Der Schweinehirt" geschrieben, wiederum geprägt von persönlichen Erfahrungen. Viele Märchen habe Andersen erst vor Kindern getestet und auch deren Reaktion in seine Werke hineingearbeitet. Auch Satiren entstammen seiner Feder. Diesen Stil habe er in "Die Schnellläufer" ganz bewusst gewählt. Als eines seiner wohl schönsten Märchen bezeichnete Amme "Der Schatten".
Für seine Einblicke erhielt Achim Amme großen Applaus. Der Hamburger Kabarettist verstand es, die Werke von Andersen lebendig zu erzählen. Die Zuhörer reagierten prompt darauf, immer wieder war ein leises amüsiertes Lachen zu vernehmen. In der Pause dazwischen hatten die Gäste die Gelegenheit in einigen Buchexemplaren von Andersen, aber auch von Achim Amme zu schmökern, der seine Bücher auch signierte.
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