Bürgerinitiative Hochwasserschutz lässt sich von Wasserwirtschaftsamt informieren
Schutz mit einigen Finessen

Lokales
Nittenau
27.04.2013
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"Die Flutmulde hat die ersten großen Hochwässer seit 24. Dezember 2012 mit Bravour bestanden. Die Hauptstraße war immer hochwasserfrei und auch der große Parkplatz am Festplatz wurde nur einmal überflutet", freute sich Franz Schreiner, Vorsitzender der Bürgerinitiative Aktiver Hochwasserschutz Nittenau, bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend im Gasthof Jakob.

Doch gebe es noch sehr viel zu tun, reichten die jetzigen Maßnahmen noch nicht aus. Neben den Berichten der Vorstands wurden weitreichende bauliche Maßnahmen und deren Kosten durch Fachleute des Wasserwirtschaftsamts Weiden vorgestellt. Mathias Rosenmüller, Behördenleiter, sowie Florian Hinz, Sachgebietsleiter für Planung und Bau, stellten verschiedene Variationen zum Hochwasserschutz in Nittenau vor.

Florian Hinz stellte verschiedene Variationen baulicher Maßnahmen entlang des Regenflusses vor. Favorisiert wurde die Variante 2 b, bei der Deiche über den Sportplatz bis hin zum Jahnweg gebaut werden sollen. Vorgesehen seien mobile Absperrungen an der nördlichen Seite der Angerinsel am großen Regen plus mobile Wände, die bei Bedarf angebracht werden. Das Wehr am großen Regen werde um etwa 130 Meter nach Osten verschoben. Auf dem kleinen Regen erfolge eine Absenkung um 1,50 Meter. Die Leitl-Insel werde bis zur Sohle abgesenkt und beseitigt. Westlich der Spitze von der Angerinsel werden eine Absperrung und ein Pumpwerk installiert, das bei Bedarf das Wasser aus dem entsprechenden Areal pumpt.
Das zweite Pumpwerk werde beim Durchlass beim Wellenbach, bei der Kläranlage gebaut. Die Kosten für den Objektschutz des rechtsseitigen, nördlichen Bereichs des Regens, sowie die Stilllegung des Kleinen Regens im Hochwasserfall mit einer Hochwasserschutzmauer am Ufer (Variante 2 b) belaufen sich insgesamt auf 10 750 000 Euro, gegliedert in Baukosten in Höhe von 9 780 000 Euro und Ingenieurkosten von 970 000 Euro. Die Unterhaltungskosten belaufen sich auf 850 000 Euro. Die Finanzierung der 9 780 000 Euro erfolge mit 60 Prozent durch den Freistaat Bayern (5 900 000 Euro), die Stadt Nittenau müsste einen Anteil von 40 Prozent mit 3 900 000 Euro tragen. Die Planungskosten bis zur wasserrechtlichen Genehmigung belaufen sich auf eine halbe Million. Hier tragen jeweils zur Hälfte die Kosten der Freistaat Bayern und die Stadt Nittenau. Hinz stellte auch den zeitlichen Ablauf vor. Demzufolge dauere die Vorbereitung der Vergabe bis Mitte 2013, das Vergabeverfahren der Planungsleistungen bis Ende 2013, die Entwurfsplanung bis Ende 2014, das Wasserrechts- und Planfeststellungsverfahren bis Ende 2015. Die Ausschreibung der Bauleistungen erfolge im ersten Quartal 2016. Der Bau dauere bis 2018/19.
Es sei viel passiert, blickte Bürgermeister Karl Bley auf die Zeit seit dem schrecklichen Hochwasser vor mehr als zehn Jahren zurück. Er schilderte verschiedene bauliche Maßnahmen bis hin zum Erstellen eines Hochwasser-Alarm-Plans. Zur Diskussion rund um die Variante 2 b mit den beiden Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes merkte Bley an, dass man sich bereits jetzt viele Gedanken bis ins Detail mache. Diese Maßnahme müsse man aber in Kombination mit dem Bau der großen Regenbrücke sehen.

Zu den angestellten Überlegungen über eine etwaige finanzielle Beteiligung der Bürger betonte Bley, dass ein wohl Beitrag auf die Bürger zukomme. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Stadt den Buigndurchstich ohne Beteiligung der Bürger bewältigt habe, man dies auch anerkennen müsse. Das Stadtoberhaupt wies auch auf Termine mit der Gemeinde Bodenwöhr hin, wegen des Zuflusses am Sulzbach. "Wir verstehen uns als Partner der BI und des Wasserwirtschaftsamtes, von daher, ziehen wir an einem Strang", so Bley. Kassier Alfred Reischl belegte die finanzielle Seite der BI. Eine ordentliche Führung der Geldgeschäfte wurde ihm von Revisor Berthold Schreiner bescheinigt. Die Entlastung erfolgte einstimmig.
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