25.08.2014 - 00:00 Uhr
NittenauOberpfalz

Grüne wollen demografischer Entwicklung Rechnung tragen - Halbjahresbilanz des Ortsvereins Familienbeauftragter dringend notwendig

Der Behindertenparkplatz am Volksfestplatz musste zugunsten einer Bushaltestelle weichen. Bild: hfz
von Ingrid SchiederProfil

Zur Halbjahresbilanz kam die Ortsgruppe Nittenau von Bündnis 90/Die Grünen zusammen. Ortsvorsitzende Elisabeth Bauer blickte auf die Kommunalwahl zurück, bei dem die Grünen erstmals einen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt hatten. 3,1 Prozent, 122 Stimmen, habe sie dabei als Kandidatin geholt. Die Partei konnte ihr Ergebnis von 6,9 auf 8,3 Prozent steigern.

Im Stadtrat wurden Anträge gestellt bezüglich eines Familienbeauftragten sowie einer Soccer- und Skater-Anlage. Seit Oktober engagieren sich die Grünen in der Lenkungsgruppe des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK). Ratlosigkeit herrsche im Stadtrat bezüglich des Antrags auf einen Familienbeauftragten, übte Bauer Kritik an dessen Haltung. "Seit zwei Jahren gibt es den Wettbewerb familienfreundliche Kommune, in Nittenau weiß man davon nichts." Ziel sei es, so Bauer, gemeinsam generationenübergreifende Strategien und Maßnahmen im Bereich Lebensqualität und Standortattraktivität zu entwickeln und aktiv die im ISEK erarbeiteten Empfehlungen umzusetzen. "Der Wahlkampf war erfolgreich, wir haben eine grüne Fraktion", freute sich Stadtrat Franz Probst. Elisabeth Bauer sei nicht nur Stadträtin und Mitglied im Hauptausschuss, sie sei auch in den Kreisrat gewählt worden. Geschaffen werden sollen zwei Behindertenparkplätze am Marktplatz. Der Behindertenparkplatz am Volksfestplatz sei bisher ersatzlos abgebaut worden.

Die Jugendarbeit liege seit Jahren am Boden, so Probst. "Wir wollen einen Treffpunkt für die Jugend unter freiem Himmel." Bezahlt werden könne dies durch eine Umschichtung im Haushalt: Der Meditationsweg werde zunächst nicht gebaut. Trotzdem seien im Investitionsplan für 2015 noch 150 000 Euro eingeplant. Lob äußerte Probst für die städtische Kindertagesstätte. Diese sei aber ohne Solar und Photovoltaik und ohne ökologische Heizung errichtet worden, "weil das Energieförderprogramm nicht vorlag", äußerte Probst sein Unverständnis. Kritik übte er auch am Hochwasserschutz. Zwar sei die Initiative des Wasserwirtschaftsamtes zu begrüßen. "Es ist zu befürchten, dass mit dem technischen Hochwasserschutz die Gelder für Renaturierung für Jahrzehnte nicht mehr zur Verfügung stehen", betonte Probst. Zwar habe der Bürgermeister ihm versichert, dass auch Renaturierungsmaßnahmen in die Planung mit einfließen. Der Vertreter des Wasserwirtschaftsamts habe dem widersprochen. Noch immer liege das Energiekonzept nicht vor, schnitt Probst ein weiteres Thema an. "Ökologische Maßnahmen werden immer wieder am Geld scheitern, weil kurzfristig gedacht wird", so Probst. Beim Ausblick auf die weiteren Aktivitäten nannte Elisabeth Bauer das Jubiläum "25 Jahre Grüne Bruck-Nittenau", das im Oktober begangen werden solle. Im November werde dem im zweiten Weltkrieg ermordeten polnischen Zwangsarbeiter Zygmund Marcek gedacht.

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