Hegeschau: Abschussplan für Rehe erfüllt
580 Sauen zur Strecke gebracht

Die Jägervereinigung Nittenau/Bruck präsentierte eine beachtliche Anzahl von Trophäen.
Lokales
Nittenau
02.05.2013
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Bei der diesjährigen Hegeschau präsentierten die Jäger der Vereinigung Bruck/Nittenau ihre Trophäen. Die Redner thematisierten die Abschusspläne beim Rehwild, aber auch die kontroverse Diskussion zur Jagd an sich. Der Abschussplan im Bereich der Hegegemeinschaft wurde zu 93 Prozent erfüllt.

Die Hegeschau der Jägervereinigung Nittenau/Bruck fand wieder im Meisl-Saal statt. Der Leiter der Hegegemeinschaft, Otto Storbeck, stellte seine Ausführungen unter den Titel "Warum jagen wir heutzutage noch? Warum schießen wir wildlebende Tiere tot?" Er stellte klar, dass der lebensnotwendige Nahrungserwerb sicherlich nicht mehr der Grund ist. "Es müssen also andere Gründe vorliegen, die einen Jäger heute dazu bringen, den gemütlichen Sessel zu verlassen und bei Wind und Wetter stundenlang auf ein Stück Wild zu warten, dieses durch einen sauberen Schuss zu erlegen und es, wenn nötig, durch unwegsames Gelände unter oft größter körperlicher Anstrengung zu bergen", so Storbeck.

Artenreicher Bestand

Er erinnerte an das oberste Gebot des Jagdgesetzes, "einen artenreichen und gesunden Wildbestand in einem ausgewogenen Verhältnis zu seinen natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten". Storbeck erläuterte weiter, dass dieser Lebensraum so angepasst werden müsse, dass Schäden für Land-und Forstwirtschaft möglichst vermieden würden.
Eine vordringlichen Aufgabe des Jäger sei es, regulierend in den Wildbestand eingreifen. Schalenwild verursache zum Teil nicht unerhebliche Wildschäden und kann für Menschen und Haustiere gefährliche Krankheiten übertragen. Hohe Wilddichte, Krankheit, Beutegreifer und mangelnder Lebensraum würden beim Wild einen höheren Leidensdruck erzeugen, als der sichere Schuss des Jägers.

Er wies darauf hin, dass ein Verbot der Jagd dem Steuerzahler Milliarden kosten würde, da die Regulierung des Wildbestandes durch bezahlte und vom Staat angestellte Berufsjäger vorgenommen werden müsste. Er sah die Jagd als naturnahe Nutzung der Wildtiere, hinter der sich die Erkenntnis verberge, dass der Schutz von Tieren und Pflanzen dann den größten Erfolg bringe, wenn er mit verantwortungsvoller Nutzung einher gehe, so Storbeck weiter. Er stellte klar: "Kein Jäger würde des Tötens wegen jagen".

Bürgermeister Hans Frankl führte aus, dass er sich bewusst sei, dass die Jägerschaft eine schwierige Aufgabe zu bewältigen habe. Durch die massiver Vermehrung des Schwarzwildes und der daraus resultierenden Wildschäden brauche man den Jäger mehr denn je. Trotz hoher Abschusszahlen gebe es aufgrund der günstigen Lebensbedingungen durch den vermehrten Maisanbau immer noch sehr hohe Schwarzwildbestände. Daher forderte er, dass sich Landwirte und Jäger stets um eine harmonische Zusammenarbeit bemühen sollten.
Stellvertretender Landrat und MdL Joachim Hanisch betonte, dass der Jäger für den Naturschutz sehr wichtig sei. Er bedankte sich bei den Jägern für die intensive Bejagung des Schwarzwildes. Kreisjagdberater Herbert Krauthann teilte zu den einzelnen Abschusszahlen bei den verschiedenen Wildarten mit, dass in den vergangen drei Jahren der Rehabschuss nach dem Plan zu 93 Prozent erfüllt worden sei. Damit können die Abschusszahlen gesenkt werden. Beim Schwarzwild habe sich die Situation, trotz guter Abschusszahlen, in den vergangenen Jahren erheblich verschärft.

Schwer zu vergeben

Dies habe zur Folge, dass einige Jagden nur noch schwer zu vergeben seien, so der Fachmann. Im vergangene Jahr seien im Landkreis Schwandorf 1764 Sauen zur Strecke gebracht worden, davon im Jagdrevier Nittenau Nord und Süd alleine 580 Stück. Dies bedeutet eine Steigerung von 238 Stück gegenüber dem Jagdjahr 2011/2012. Abschließend wurde die Strecke von der Jagdhornbläsergruppe noch mit den verschiedenen Signalen verblasen.
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