Informationstag am Rehabilitationszentrum - Oberarzt Stephan Graeber informiert
Demenz und Parkinson im Blick

Stephan Graeber, Oberarzt am Reha-Zentrum Nittenau, referierte ausführlich über das Thema "Demenz" in Zusammenhang mit der Parkinson-Erkrankung. Bild: sir
Lokales
Nittenau
25.04.2013
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Die Symptomatik bei einer Parkinson-Erkrankung ist vielfältig. Beim 17. Oberpfälzer Parkinson-Informationstag im Reha-Zentrum Nittenau standen Ursachen, Symptome und Behandlung der Demenz bei Parkinson im Fokus des Interesses. Prof. Dr. Thomas Henze und Referent Oberarzt Stephan Graeber führten durch die Veranstaltung.

Demenz sei eine Erkrankung des Alters. Eine Demenz sei ein erworbener Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit, ein langsames Fortschreiten der Funktionsstörungen des Gehirns, eröffnete Graeber den Vortrag. Die Persönlichkeit verändere sich, nach und nach erleiden die Betroffenen einen Verlust der zeitlichen Orientierung und der Kommunikationsfähigkeit. Demenz sei ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns.

Alzheimer sei die bekannteste Form, nehme einen Anteil von 60 bis 70 Prozent ein, gefolgt von der zweithäufigsten, der vaskulären Demenz, die beispielsweise durch einen Schlaganfall hervorgerufen werde. Bei einer Demenz gehen Nervenzellen verloren. Lernen bedeute ein Knüpfen von Verbindungen zwischen den Nervenzellen.
Wie kommt es zu einer Demenz bei Parkinson? Graeber sagte, dass Zellbestandteile nicht richtig abgebaut werden. Dabei komme es zu einer Anhäufung dieser "falschen" Abbauprodukte in der Zelle. Die Folge sei das Absterben von Nervenzellen. Bei Parkinson allerdings sei dies auch die Erkrankung an sich selber. Angehäuft werde das Protein Alpha-Synuklein, das führe zum Zelltod. Ob die Bildung von Lewy-Körperchen für die Erkrankung verantwortlich ist, das sei noch unbekannt, so Graeber.

Bei Alzheimer laufe der Prozess ähnlich ab, für diesen geistigen Abbau sei aber ein anderes Protein, das Tau-Protein, verantwortlich. Sowohl bei Alzheimer als auch bei Parkinson sei ein Mangel an Acetylcholin feststellbar. Zirka 40 Prozent aller Parkinson-Patienten haben eine Demenz. Bei einer Beobachtung der Parkinsonerkrankung über einen Zeitraum von acht Jahren seien 80 Prozent betroffen. Risikofaktoren für das Auftreten einer Demenz sei das höhere Alter, die Dauer der Parkinson-Erkrankung, schwere motorische Störungen und genetische Faktoren. Die Störungen seien weitreichend, angefangen von Antriebslosigkeit, Traurigkeit, Ängstlichkeit, zwanghaften Verhaltensweisen, Rückzug von sozialen Kontakten über kognitive Störungen wie Vergesslichkeit oder Verlegen von Dingen bis hin zu Verhaltensstörungen wie Weglaufen, Schlafstörungen, Halluzinationen und Verwirrtheit. Unterscheiden müsse der Mediziner zwischen einer Parkinson-Krankheit mit Demenz und einer Demenz mit Lewy-Körperchen. Exakt trennen lassen sich diese beiden Formen nicht, denn auch bei der Parkinson-Krankheit mit Demenz seien Lewy-Körperchen vorhanden, so Graeber.
Eine sorgfältig recherchierte Krankheitsgeschichte sei Voraussetzung für die Diagnose. Voraussetzung bei der Therapie ist die gute medikamentöse Einstellung. Die Gabe von Cholinesterasehemmern hemme den weiteren Abbau von Acetylcholin im Gehirn. Der Patient sei wacher, sein Denkvermögen steigere sich, auch Unruhe und Trugwahrnehmungen besserten sich. Dies sei aber nur bei leichteren Fällen möglich. Das Fortschreiten der Erkrankung werde aber nicht vermieden.

Oberarzt Stephan Graeber ging noch auf das Thema Psychose mit ihren Begleiterscheinungen ein. Auch sprach er rechtliche Aspekte wie Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung und Testament.
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