23.03.2017 - 17:22 Uhr
NittenauOberpfalz

Josef Fellner gibt Geschäftsführung ab Eine Instanz über 32 Jahre

Er könnte das Kanalnetz im Sulzbachtal wahrscheinlich im Schlaf aufzeichnen, kennt jedes Pumpwerk gewissermaßen beim Vornamen, die Kläranlage fast seit ihrem Bau: Josef Fellner. 32 Jahre war der Ingenieur Geschäftsführer des Abwasserzweckverbands. Jetzt geht er in Rente, sein Nachfolger ist bestellt.

Josef Fellner (Zweiter von links) wechselt in den Ruhestand. Verbandsvorsitzender Karl Bley (Zweiter von rechts) und seine Bürgermeisterkollegen Hans Frankl (links) und Richard Stabl (rechts) dankten dem Geschäftsführer des Abwasserzweckverbands mit Urkunde und Geschenken. Erwin Schreiber (Mitte) wurde zu Fellners Nachfolger bestellt. Bild: Hösamer
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Vor 50 Jahren schlossen sich Bruck, Bodenwöhr und Nittenau zum Abwasserzweckverband im Sulzbachtal zusammen, vor 40 Jahren wurde die Kläranlage gebaut. Ein Jahr später nahm im nahen Regen ein junger Student Wasserproben für eine Forschungsarbeit. Josef Fellner ahnte da wohl noch nicht, dass die Anlage einen großen Teil seines Arbeitslebens prägen würde. Im Nittenauer Rathaus zuständig für den Tiefbau, wurde er vor 32 Jahren zusätzlich Geschäftsführer des Zweckverbands. Wie viele Millionen Mark und Euro seitdem in die Abwasseranlage investiert wurden, weiß auch Fellner nicht mehr genau. Die Anlage jedenfalls ist in Schuss: "Die Reinigungsleistung konnte auch 2016 mit 98 Prozent beim Parameter BSB5 gehalten werden", berichtete er am Mittwoch bei seiner letzten Verbandsversammlung im Nittenauer Rathaus. Genau, verlässlich und konsequent und, wie immer, auch mit mahnenden Worten: Den Hauptsammler durch den Hammerweiher hätte gerne schneller saniert. Das muss jetzt warten, weil Bodenwöhr nächstes Jahr Wasserleitungen baut und nicht zweimal aufgegraben werden soll. Stattdessen wird in diesem Jahr in eine Klärschlammentwässerung investiert.

Investitionen in neue Technik haben Fellners Arbeit über die Jahrzehnte begleitet. Ob es die Fernwirkanlage war oder die Gasturbine, die aus Faulgas nun Strom und Wärme erzeugt und zusammen mit der Photovoltaikanlage rund zwei Drittel des Energiebedarfs der Kläranlage deckt. Was bei den Kunden für günstige Gebühren sorgt. An all das und weitere Meilensteine erinnerte Verbandsvorsitzender Bürgermeister Karl Bley, der Josef Fellner ganz herzlich dankte. "Du hast fast drei Verbandsvorsitzende verschlissen", sagte Bley augenzwinkernd. "Den Dritten habe ich nicht ganz geschafft", gab Fellner heraus. Bley übergab eine Dankurkunde und wie seine Stellvertreter Hans Frankl (Bruck) und Richard Stabl (Bodenwöhr) ein Geschenk.

"Mein Bemühen war immer, dass die drei Kommunen zufrieden sind", sagte Fellner. Die Aufgabe habe ihm Spaß gemacht. Er stellte den ökologischen Aspekt der Nachrüstungen heraus. Die Mitgliedskommunen forderte er auf, auch in Zukunft gut zusammenarbeiten und die zuletzt aufgekommenen Misstöne schnell zu begraben. Ohne die Zusammenarbeit könnten die Gemeinden ihre Aufgaben kaum lösen, sagte Fellner, lobte "sein" Klärwerksteam und Kämmerer Jakob Rester. Der Verbandsversammlung mit Bley an der Spitze dankte er für das Vertrauen und wünschte sich, dass dies auch seinem Nachfolger entgegen gebracht werde. Der heißt Erwin Schreiber und übernimmt nicht nur im Nittenauer Rathaus die Aufgaben Fellners, er wurde von der Verbandsversammlung auch einstimmig zum Geschäftsführer des Zweckverbands zur Abwasserbeseitigung im Sulzbachtal bestellt.

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