14.09.2017 - 14:14 Uhr
NittenauOberpfalz

Nittenau diskutiert Gesetze für kleine und große Hunde Stadt forciert Anleinpflicht

Große Hunde und Kampfhunde an die Leinen! Aber wie soll das kontrolliert werden? Und soll das für alle öffentlichen Plätze gelten oder mit Ausnahmen? Über die Anleinpflicht an sich waren sich die Stadträte einig - an den Details soll noch gefeilt werden.

Solche Schilder könnten in Nittenau künftig öfter zu sehen sein. Die Anleinpflicht für große Hunde und Kampfhunde soll kommen. Bild: Götz
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die Erhöhung der Hundesteuer von 25 auf 40 Euro war in der Stadtratssitzung am Dienstag schnell beschlossene Sache. Neu ist: Wer einen Fundhund aus dem Tierheim bei sich aufnimmt, bleibt nun für ein Jahr steuerfrei. Die Änderungen treten 2018 in Kraft. Für mehr Diskussionsbedarf sorgte eine geplante Verordnung, die eine Leinenpflicht für große Hunde und Kampfhunde vorsieht.

Karl Bley sprach von zwölf Zwischenfällen in diesem Jahr, in denen Hunde zugebissen hätten. Besonders tragisch: Zwei Mal attackierte ein Hund freilaufende Störche. Der Bürgermeister erklärte: "Wenn es nicht anders geht, dann eben nur mit einer Anleinpflicht." Als Konsequenz für die Kommune ergebe sich allerdings, dass sie eine eingezäunte Wiese zur Verfügung stellten muss - damit die Hunde einen Ort zum frei Herumlaufen haben.

Im Prinzip waren sich die Stadträte über eine Anleinpflicht einig. Willi Sturm (CSU) sagte etwa: "Jetzt war es ein Storch, es kann aber auch ein Kind sein." Allerdings herrscht bei den Details Klärungsbedarf. Heinrich Hofstetter (Freie Wähler) erklärte, dass auch die kleinen Hunde angeleint werden sollten. Was aber laut Jakob Rester, Geschäftsleiter der Gemeinde, rein gesetzlich nicht möglich ist. Tina Schmidt (CSU) echauffierte sich über die zurückgelassenen Häufchen der Hunde. Sie forderte Hundetoiletten "entlang der gängigsten Gassistätten". Auch Jürgen Kuprat (SPD) sprach sich für die Anleinpflicht aus: "Wir haben das in der Fraktion beraten und waren und recht schnell einig." Roland Gebhard (Freie Wähler) verwies darauf, dass es in den Städten Regensburg und München keine allgemeine Anleinpflicht gebe. Charmanter findet er da schon die Lösung in Schwandorf - dort sind bestimmte Bereiche von der Pflicht ausgenommen.

Im Verordnungsentwurf, über den das Gremium zu entscheiden hatte, war zu lesen: "Kampfhunde und große Hunde sind in allen öffentlichen Anlagen und auf allen öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen im gesamten Gemeindegebiet ständig an der Leine zu führen." Als große Hunde würden alle mit einer Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimeter gelten - sowie stets Schäferhund, Boxer, Dobermann, Rottweiler und Deutsche Dogge. Blindenführerhunde und Diensthunde wären unter anderem von der Regelung ausgenommen. Einige Stadträte fragten nach, wie die Verordnung durchgesetzt werden soll und inwiefern es Kontrollen geben soll. Albert Meierhofer (CSU) verwies darauf, dass bei einer entsprechenden Verordnung die Polizei eingreifen könne. Er bat außerdem darum, sobald es eine Regelung gebe, diese den Hundehaltern zuzuschicken. Nach der Diskussion zog Bürgermeister Bley das Fazit: "Es ist ein schwieriges Unterfangen, allen gerecht zu werden. Wenn ich richtig verstanden habe, sind Sie der Meinung, dass wir noch mal am Entwurf feilen sollen."

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