02.02.2018 - 14:24 Uhr

Germanisches Nationalmuseum Nürnberg wartet mit sieben Sonderausstellungen auf Das Wandern ist des Deutschen Lust

Eine überaus erfreuliche Bilanz zieht das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg auf seiner Jahres-Pressekonferenz: 2017 kamen 405 431 Besucher, um sich Ausstellungen anzusehen. Damit verzeichnet das bedeutende kulturgeschichtliche Museum eine Steigerung seiner Besucherzahlen um knapp 15 Prozent.

Anlässlich der Ausstellung "Licht und Leinwand" sind auch Werke von Lovis Corinth zu sehen.
von Günter KuschProfil

Ist das Wandern ein deutsches Phänomen? Um diese Frage ging es Claudia Selheim und ihrem Team, als sie 2013 damit begannen, die Ausstellung "Wanderland. Eine Reise durch die Geschichte des Wanderns" zu konzipieren. Rund 400 Exponate trugen sie zusammen, um 200 Jahre Kulturgeschichte vor Augen zu führen. Während die Romantik das Wandern popularisierte, wandelte es sich seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert allmählich zum Freizeitvergnügen. Im 19. Jahrhundert wurde es Teil des bürgerlichen Lebens, gegen Ende des Jahrhunderts bereits zu einer regelrechten Massenbewegung. Neben Gemälden sind ab November Wanderstöcke, Schuhe und sogar Wanderparkplatzschilder in Nürnberg zu sehen.

"Licht und Leinwand"

Eine zweite große Sonderausstellung im Germanischen Nationalmuseum (GNM) unter dem Titel "Licht und Leinwand" (15. Mai bis zum 9. September) dem Verhältnis von Malerei und der im 19. Jahrhundert neu aufkommenden Fotografie nach. Die spannende Schau stellt Fragen, ob das neue Medium eher Konkurrenz oder untergeordnetes Hilfsmittel war und worin die jeweiligen Vorteile einer Gattung lagen. Neben ausgewählten Beispielen der Porträtkunst werden Akte und herausragende Naturdarstellungen präsentiert. Sie umfassen den Zeitraum von 1839 bis 1914, vom Beginn der Fotografie bis zu dem Moment, da sie erstmals als Kunstform voll anerkannt wurde.

Weitere Ausstellungen zeigen Produktplakate und frühe Werbefilme, stellen die Restaurierungsmaßnahmen an den Kreuzwegstationen von Adam Kraft, einem der ältesten erhaltenen Kreuzwege nördlich der Alpen, vor und beleuchten das Schaffen des bedeutenden Jugendstilkünstlers Peter Behrens, der 2018 seinen 150. Geburtstag feiern würde. Präsentationen zur Damenmode des 18. Jahrhunderts und Architekturbüchern des 19. Jahrhunderts runden das Programm ab.

Letztes Amtsjahr

Etwas traurig zeigte sich GNM-Direktor Ulrich Großmann, für den das letzte volle Amtsjahr anbricht. Im Sommer 2019 geht er in den Ruhestand. Er wird sich mit einer großen Ausstellung über Forschungsarbeiten im Museum verabschieden. Eigentlich wollte er noch das 21 Meter ins Erdreich dringende Tiefdepot des GNM eröffnen. Doch zwei Jahre lang herrschte Baustopp, weil sich Bohrer im Erdreich festgefräst hatten. Vor kurzem gingen die Arbeiten weiter, die Eröffnung aber verzögert sich. Ob dadurch die Kosten steigen, ist noch unklar.

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Weitere Informationen:

www.gnm.de

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