09.03.2018 - 20:00 Uhr

Spielzeugstadt ersten Ranges Die Würfel für ein Haus des Spiels sind gefallen

Mit sieben Museen, dem Deutschen Spielearchiv, den Mittelalterlichen Lochgefängnissen und dem Historischen Kunstbunker verzeichnete die Stadt Nürnberg 2017 einen neuen Besucherrekord. Zum zweiten Mal in ihrer Geschichte kann sie sich über mehr als 700 000 Besucher freuen.Auch im vergangenen Jahr erzielte das Dokumentationszentrum Reichsparteitage die höchste Besucherzahl. Exakt 274719 Menschen kamen in die Dauerausstellung. Allein 34 000 wollten die Sonderschau "Albert Speer in der Bundesrepublik. Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit" unter die Lupe nehmen.

Eine Sonderausstellung im Museum Industriekultur widmet sich bis 22. April den Umladehallen am Nürnberger Südbahnhof.
von Günter KuschProfil

Demnächst stehen Bauvorhaben an: die Fläche des Dokuzentrums soll zwischen 2018 und 2021 erweitert werden. "Aber selbst dann werden wir nur eine maximale Besucherzahl von 300 000 bewältigen", erklärt Museen-Direktorin Ingrid Bierer bei einer Pressekonferenz.

Nürnberg ist in der historischen Betrachtung eine Spielzeugstadt ersten Ranges. Deshalb verwundert es nicht, dass dieses Thema endlich ausgebaut wird. So soll ein "Haus des Spiels" entstehen, das nicht nur die reichhaltigen Sammlungen präsentiert, sondern - Generationen übergreifend - zum Selberspielen einlädt. Bierer versteht dieses Großprojekt durchaus als Unterstützung "im Blick auf Nürnbergs Bewerbung als Kulturhauptstadt". Das Spielzeugmuseum will jedenfalls dazu im Erdgeschoss schon mal ein "Test-Spiel" einrichten, um das Vorhaben näher zu erläutern.

Natürlich gibt es auch spannende Ausstellungen: Das Albrecht-Dürer-Haus zeigt ab 21. März "Rätselbilder", also Graphiken von Albrecht Dürer, deren Bildaussagen bis heute nicht vollständig geklärt sind. Ab 15. Juni widmet sich das Dokuzentrum unter dem Titel "Hitler.Macht.Oper" der Geschichte des Nürnberger Opernhauses, dessen Inszenierungen und Parallelen zur NS-Propaganda. Das Museum Industriekultur präsentiert ab 15. März Fotografien von Michael Dunkel, der zu den meistgereisten Menschen der Welt zählt. Und das dazugehörige Schulmuseum wagt ab 27. Juli einen Blick auf "Klassen-Kämpfe. Die Schülerproteste 1968 bis 1972".

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Weitere Informationen:

www.museen.nuernberg.de

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