29.05.2017 - 16:10 Uhr
Oberpfalz

The Hollies im Serenadenhof Karussell der Erinnerungen

Sie wechselten ihre Bandmitglieder wie andere Leute das T-Shirt. Eines aber ist bis heute geblieben: Eine lange Hitliste, die jeder auswendig kennt, der das Glück hatte, zu Zeiten einer musikalischen Revolution groß zu werden. "Sorry Suzanne" und "On A Carousel": Seit einem halben Jahrhundert Songs, die nicht aus dem Ohr gehen.

Seit 2004 gehört Peter Howarth als Sänger zu den Hollies. Hinter ihm Drummer Bobby Elliott, der 1963 mit dabei war, als die Band gegründet wurde.
von Autor HOUProfil

Kennt das jemand? Ein Rockkonzert, bei dem man anfangs den Eindruck hat, dass der Sound nicht mehr dem ähnelt, was er einmal war. The Hollies im Nürnberger Serenadenhof, prächtiges Ambiente unter freiem Himmel und freie Bahn für Erinnerungen an eine Ära, die Großbritannien voll auf Konkurrenzkurs zu den Vereinigten Staaten sah.

Aus USA traten die Beach Boys in den Ring, die Engländer schickten The Hollies an die Billboard-Front. Zwei Gruppen, die voll auf den vierstimmigen Gesang setzten. Instrumente rückten in den Hintergrund. Und zwischen ihnen thronten die Beatles. Doch stimmlich kamen sie nie an das heran, was ihnen Leute wie Brian Wilson und Graham Nash in den Studios entgegen hielten.

Ungewohnter Sound

Über fünf Jahrzehnte sind vergangen. Graham Nash, erster Säger der Hollies, ist längst in die Staaten ausgewandert und hat Nachfolgern Platz gemacht. Einer von ihnen ist Peter Howarth, der seine Sache respektabel im Griff hat. Doch beim Auftritt in Nürnberg trat zutage: Das klappt nicht immer in einem "Best of"-Programm. Der Sound ist anfangs ungewohnt. "Just One Look" kommt eher langsam daher, "The Air That I Breathe" auch. Sind das wirklich die Hollies? Das klingt nach billigen Coverversionen.

Es wird besser von Song zu Song. Endlich: "Jennifer Eccless" bringt die gewünschten Harmonien. Dann reiten die knapp 1000 Zuhörer auf einem Karussell, das die Band legendär gemacht hat. "On A Carousel", der Ohrwurm schlechthin. Hauptsächlich wegen zweier Leute: Schlagzeuger Bobby Elliott und Gitarrist Tony Hicks.

Einfach nur glücklich

Da ist sie plötzlich wieder, diese nie aus den Gehörgängen verschwundene Faszination einer Band, die den Rock 'n' Roll auf sanfte Wege lenkte: "Carrie Ann" und "Bus Stop" so, als ob es gestern gewesen wäre. "I'm Alive" als Befreiungsruf, den die Hollies an die Welt verschickten. Die Leute lehnen sich in ihre Stühle und sind einfach nur glücklich. Zum Schluss "He Ain't Heavy, He's My Brother" und "Long Cool Woman".

Damit melden sich die Hollies endgültig zurück an der Rezeption einer Herberge, die Millionen von Menschen auf diesem Globus ein musikalisches Obdach gab. Auch dank Tony Hicks, Bobby Elliott und all den anderen, die dieser Band seit 1963 dauerhaftes Format für einen Meilenstein der Rockgeschichte schenkten. Ihre Namen: Bernie Calvert, Terry Silvester, Allan Clarke, Mikael Rickfors. Doch die sind längst in Rente.

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