Beim BN endet eine Ära
Weiger tritt ab

Hubert Weiger will nur noch Vorsitzender des BUND sein und gibt seinen Posten beim BN auf. Archivbild: Peter Förster/dpa
Politik
Nürnberg
05.02.2018
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Der langjährige Chef des Bundes Naturschutz, Hubert Weiger, tritt ab. Dafür will er sich auf die Aufgabe als Vorsitzender des BUND konzentrieren. Ein Grund für die Entscheidung: Die Politik braucht lange, um ein Thema zu bearbeiten.

Nach 16-jähriger Amtszeit werde er auf der Landesdelegiertenversammlung Ende April in Eichstätt nicht noch einmal kandidieren, kündigte Weiger am Montag in Nürnberg an. Der profilierte Umwelt- und Naturschützer will sich künftig auf seine Aufgabe als Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) konzentrieren. Der BUND ist die Dachorganiation von BN- und BUND-Landesverbänden.

"Es wird immer schwieriger, die Aufgaben des BN-Vorsitzenden mit denen des BUND in Einklang zu bringen", sagte Weiger. Das hänge auch damit zusammen, dass "auf Bundesebene immer mehr Themen auf die lange Bank geschoben werden, von denen wir glaubten, bereits deutliche Fortschritte erzielt zu haben". Als Beispiel nannte er die Energiewende: So würden Klimaziele inzwischen zeitlich immer weiter hinausgeschoben. Auch die Verkehrswende komme nicht voran.

Als Weigers Nachfolger ist Richard Mergner im Gespräch, der als BN-Landesbeauftragter die fachliche Arbeit verantwortet. Weiger schließt nicht aus, dass noch weitere Bewerber ihren Hut in den Ring werfen. Weiger hatte während seiner Arbeit den Ausbau des Bund Naturschutzes vorangetrieben. Die Zahl der Mitglieder in Bayern sei in dieser Zeit von 170 000 auf 230 000 gewachsen. Die BN-Landesfachgeschäftsstelle in Nürnberg beschäftigt inzwischen 20 hauptamtliche Mitarbeiter.

Das geplante Volksbegehren gegen Flächenverbrauch in Bayern erhält unterdessen Rückenwind vom BN. Der Landesbeirat der mitgliederstarken Umweltorganisation habe am Wochenende die Unterstützung des Volksbegehrens beschlossen, teilte Weiger mit. In der ersten Stufe hatten sich rund 46 000 Bürger für das von den Grünen, der ÖDP und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und dem Landesbund für Vogelschutz initiierten Volksbegehren gegen übermäßigen Flächenverbrauch ausgesprochen. In der zweiten Stufe müssen in einem Vierzehn-Tage-Zeitraum rund eine Millionen Bürger das Anliegen mit ihrer Unterschrift unterstützen. Für einen Erfolg des Volksbegehrens ist laut Weiger ein breites überparteiliches Bündnis erforderlich.
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