13.05.2018 - 17:24 Uhr
Oberpfalz

1. FC Nürnberg unterliegt in Nachspielzeit 3:2 und steigt als Vizemeister auf [Aktualisierung] Was zählt ist der Aufstieg

Die kalte Dusche kam sprichwörtlich auf den letzten Drücker: In der Nachspielzeit hat sich der 1. FC Nürnberg die Meisterschaft in der 2. Liga nehmen lassen: Düsseldorfs Kaan Ayan grätschte mit seinem 3:2 in die Feierlichkeiten. Gesungen, getanzt und gefeiert wurde trotzdem.

Club-Trainer Michael Köllner (rechts) verpasst seinem Spieler Hanno Behrens nach Spielende auf der Haupttribüne eine Bierdusche. Bild: Daniel Karmann/dpa
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Von Stephanie Wilcke und Andreas Ascherl

Eigentlich war alles angerichtet an diesem wunderbar sonnigen Fußballnachmittag für ein großes Fest: Der 1. FC Nürnberg ehrte vor der Partie seine Deutschen Meister von 1968 zum 50. Jubiläum und der aktuelle Kader feierte den achten Aufstieg. Der Club ist wieder zurück in der Bundesliga – und die Fans dankten es der Mannschaft vor der Partie mit einer großartigen Choreographie: „Titel, Tränen, Triumphe – Die Legende ist zurück in Liga 1“, war da vor der Partie über der Nordkurve auf einem Banner zu lesen. Ja, große Emotionen können die Franken – heute eher positiv wie negativ.
Am Ende erwischte Trainer Michael Köllner die erste Bierdusche an der Balustrade der Haupttribüne. Neben dem Oberpfälzer standen die Aufstiegshelden aufgereiht, alle mit einem dicken Grinsen im Gesicht. Sie sahen herab auf 50 000 Menschen, die ihrem Club vom Spielfeld aus zujubelten. Immer wieder stimmten sie Gesänge wie „Nie mehr zweite Liga“ an. Auch FCN-Kapitän Hanno Behrens animierte die Fans weiter zu singen. Tausende Schals waren bei der Vereinshymne „Die Legende lebt“ in die Höhe gereckt. „Die Nürnberger Fans sind bekannt für ihre fantastische Stimmung im Stadion. Das war Gänsehautatmosphäre“, freute sich Kevin Möhwald.

Erras: "Meisterschaft wäre Sahnhäubchen gewesen"

Der Club hat den Aufstieg in die Bundesliga perfekt gemacht, doch es hätte fast noch mehr drin sein können. Oder wie es der Raigeringer Patrick Erras sagte: „Das Tor in der 93. Minute war bitter. Die Meisterschaft wäre das Sahnehäubchen gewesen. Es ist uns nicht gelungen.“

Zunächst lief es ganz nach Plan, denn nach 13 Minuten führte der Club durch Treffer von Georg Magreitter (6.) und Tim Leibold (13.) mit 2:0. Die fränkischen Fans im ausverkauften Max-Morlock-Stadion waren auf Sieg gepolt. Was folgte, war der Anschlusstreffer von Düsseldorfs Takashi Usami (37.). „Wer bei so einer Klasse, wie Düsseldorf sie besitzt, das Spielen aufhört, ist selbst schuld“, kommentierte Möhwald die Leistung des Club im zweiten Durchgang.

Behrens glaubte an die Mannschaft

Die Franken kassierten noch den unglücklichen Ausgleich, als der Ex-Fürther Niko Gießelmann wie aus dem Nichts von der Strafraumkante abzog. Als schon auf den Rängen fleißig die Meisterschaft gefeiert wurde, ruinierte schließlich Ayan die Stimmung aus Sicht der Franken mit seinem 3:2 in der Nachspielzeit. Kurz herrschte Entsetzen unter den fränkischen Fans. Kapitän Hanno Behrens kommentierte die späte Niederlage mit einem Achselzucken.

„Was soll’s, wir sind aufgestiegen, wir spielen nächste Saison 1. Liga, das ist allein, was zählt.“ Sein Fazit der Saison: „Wir haben hart trainiert, immer Gas gegeben, sind nach Rückschlägen stärker zurück gekommen, das war’s.“ Auf die Frage, ob es für ihn überraschend war, dass der Club aufgestiegen ist, sagte Behrens: „Für euch vielleicht, für uns nicht. Ich bin immer optimistisch, ich hatte schon in der Vorbereitung ein sehr gutes Gefühl.“ Die Mannschaft habe von Anfang an einen sehr guten Teamgeist gehabt.

Trainer Michael Köllner war die Freude über den Aufstieg auch eine Stunde nach Abpfiff noch anzusehen. „Wir haben nicht die beste Mannschaft gehabt, das hat sich erst im Lauf der Saison so entwickelt“, sagte er. Er selbst werde jetzt natürlich mit der Mannschaft feiern, anschließend müsse er sich aber auch um seine Aufgabe als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums kümmern. Irgendwann werde er dann wohl auch noch in Urlaub fahren, auch wenn sein bevorzugtes Reiseziel Israel wegen der akuten Unruhen derzeit auf der Kippe stehe. „Aber vielleicht beruhigen sie sich dort irgendwann und ich kann zehn Tage auf Jesu Spuren durch Israel reisen.“

Bis dahin feiert der 1. FC Nürnberg den Aufstieg, „bis es die nächste Stunde nicht mehr gibt“. So hatte es sich zumindest das Oberpfälzer Feierbiest Köllner vorgenommen.

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