0:2 gegen Greuther Fürth
Nürnberger Derbypleite

(Foto: dpa)
Sport
Nürnberg
03.03.2018
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Ausgerechnet im Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth endet die Erfolgsserie des 1. FC Nürnberg in der 2. Fußball-Bundesliga. Die Mannschaft von Trainer Michael Köllner unterliegt nach zuvor elf ungeschlagenen Spielen in Serie im heimischen Stadion mit 0:2 (0:0).

Khaled Narey kurz nach dem Seitenwechsel und der eingewechselte Daniel Steininger in der Nachspielzeit machten den völlig verdienten Erfolg der "Kleeblättler" perfekt. Dagegen verzeichneten die Hausherren über die gesamte Spielzeit hinweg nur zwei halbwegs nennenswerte Mini-Chancen und enttäuschten auf ganzer Linie.

"Endlich unser erster Auswärtssieg - und das ausgerechnet im Derby. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball", freute sich der Fürther Trainer Damir Buric nach den eminent wichtigen drei Zählern im Abstiegskampf. "Niederlagen schmecken niemandem. Der Fürther Sieg war verdient. Für unsere Fans tut uns das besonders leid", war Club-Coach Michael Köllner enttäuscht. Linksverteidiger Tim Leibold brachte die Leistung seines Teams auf den Punkt: "Wenn du keine Chancen kreierst, schießt du keine Tore und folglich verlierst du dann so ein Spiel gegen den Tabellen-16.."

Fast ausverkauft

Der Rahmen für das 264. Frankenderby war erstklassig: 47 489 Zuschauer pilgerten ins Max-Morlock-Stadion und erlebten kurz vor dem Anpfiff eine Choreografie des Club-Anhangs, von der manche Champions-League-Teilnehmer nur träumen können. Was dann in den ersten 45 Minuten allerdings auf dem Rasen folgte, war maximal unterer Zweitliga-Durchschnitt. Die Darbietung der 22 Akteure auf dem Rasen trug nur unwesentlich zur Erwärmung der Fans im bitterkalten Rund bei.

Die sonst so spielstarken Gastgeber leisteten sich unerklärliche Ballverluste im Spielaufbau und ließen in vorderster Front jegliche Kreativität und Durchschlagskraft vermissen. Besonders der neu in die Mannschaft gerückte Adam Zrelak und der äußerst unglücklich agierende Federico Palacios wirkten eher wie Fremdkörper denn belebende Offensivkräfte. Die bittere Folge: Nicht ein gefährlicher Torschuss im ersten Abschnitt auf das von Sascha Burchert gehütete Gäste-Gehäuse. Bezeichnend für die schwache Nürnberger Leistung vor dem Seitenwechsel war der klägliche Abschluss von Palacios in aussichtsreicher Position quasi mit dem Halbzeitpfiff (45.).

Und die Gäste? Die verzeichneten früh einen Abschluss durch Schalke-Leihgabe Fabian Reese (7.) und beschränkten sich ansonsten aufs Verteidigen, was ihnen angesichts der mauen Club-Offensive nicht sonderlich schwer fiel. Und unmittelbar nach Wiederbeginn rächte sich der behäbige Nürnberger Auftritt auch auf der Anzeigetafel: Khaled Narey nahm einen langen Ball von Maximilian Wittek aus der Drehung volley und die Kugel schlug im langen Eck zur überraschenden Gästeführung ein (49.). Für solche Momente wurde einst die Fußballer-Floskel "aus dem Nichts" erfunden. Die Hintermannschaft der Hausherren - hier in Person von Eduard Löwen - ließ sich viel zu leicht übertölpeln.

Club völlig von der Rolle

Der Fürther Treffer verfehlte seine Wirkung nicht: Der Club präsentierte sich zehn Minuten lang völlig von der Rolle, was sich auch in einer hitzigen Diskussion zwischen Trainer Michael Köllner und Schiedsrichter Manuel Gräfe an der Außenlinie widerspiegelte. Roberto Hilbert verpasste nach 64 Minuten das 0:2, als er den Ball frei vor Fabian Bredlow über den Kasten setzte.

In der Folge war Nürnberg optisch zwar überlegen, aber bis auf einen eher harmlosen Kopfball des eingewechselten Tobias Werner (82.) fiel den Hausherren in der Offensive nichts ein. Stattdessen machte der ebenfalls eingewechselte Daniel Steininger in der Nachspielzeit den Deckel für die Fürther drauf, als er einen Konter gegen die nun entblößte Club-Defensive zum Endstand abschloss (92.). Für das "Kleeblatt" ein Big Point im Abstiegskampf, für die Hausherren ein kleiner Dämpfer im Aufstiegsrennen zur Fußball-Bundesliga.
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