Auf den Spuren von Patrick Erras
Weidener Dennis Lippert mit der großen Chance beim 1. FC Nürnberg

Dennis Lippert war schon im Dezember beim Training der Club-Profis dabei. Mit dem Start in die Rückrunden-Vorbereitung beginnt für den Weidener eine entscheidende Phase in seinem Fußballerleben. Bild: Bernd Müller
Sport
Nürnberg
02.01.2017
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Vor gut einem Jahr sorgte Patrick Erras, ein Amberger (aus dem Stadtteil Raigering), beim Club in Nürnberg für Furore. Jetzt hat auch ein Weidener beste Möglichkeiten auf den Sprung ins Profigeschäft. Am Mittwoch ist Trainingsauftakt beim Zweitligisten 1. FC Nürnberg.

Weiden/Nürnberg. Bei einem Spiel auf der Bank zu sitzen, ist für die meisten Fußballprofis ein Ärgernis. Für Dennis Lippert vom 1. FC Nürnberg wär's ein Traum. "Bei einem Zweitligaspiel im Kader zu sein, auf die Ersatzbank zu dürfen, das ist mein erstes Ziel", sagt der Verteidiger. An einen Startelf-Einsatz denkt der junge Weidener, der im Sommer 2012 von der SpVgg SV in die Jugendabteilung der Franken gewechselt ist, noch nicht. Er ist eine feste Größe in der U21 und hat jetzt in den nächsten Wochen die große Chance, sich bei den Profis zu empfehlen. "Ich bin jetzt schon in einer entscheidenden Phase. Es geht auch um einen neuen Vertrag. Meiner läuft im Sommer aus", erklärt Lippert. Im Februar wird er 21 Jahre alt: ein Alter, in dem sich oftmals entscheidet, ob es mit dem Profigeschäft klappt. Lippert hat zwar schon immer wieder mal mit der Zweitliga-Elf trainiert, jetzt steht er aber richtig im Fokus.

Wenn die Profis des 1. FC Nürnberg um Guido Burgstaller und Hanno Behrens am Mittwoch die erste Übungseinheit absolvieren, wird Lippert auf jeden Fall dabei sein. Ob er die ganze Rückrunde oben bleibt, das entscheiden seine Trainingsleistungen. Schon im Dezember machte Club-Coach Alois Schwartz klar, dass er Lippert den Durchbruch zutraut. Deshalb ging der Weidener auch nicht mit der U21-Elf auf England-Tournee, sondern übte mit den Profis am Valznerweiher. Linksverteidiger Laszlo Sepsi drohte eine Gelbsperre, sein erster Vertreter Tim Leibold war verletzt. Da war Lippert plötzlich eine Alternative für einen Zweitliga-Einsatz. "Linksverteidiger ist auch meine Lieblingsposition", betont der Weidener, der in der zweiten Mannschaft auch im Mittelfeld spielte. Eingewöhnungsprobleme eine Etage höher befürchtet er nicht. "Ich kenne die jungen Spieler ja alle." Cedric Teuchert, Lukas Mühl, Patrick Kammerbauer oder Patrick Erras - mit ihnen hat er schon in der U21 gespielt. Der Raigeringer Erras wird auch am Mittwoch auf dem Trainingsplatz stehen. Ein Einsatz im ersten Rückrundenspiel gegen Dresden Ende Januar käme aber zu früh, sagt der Mittelfeldspieler, der sich im März 2016 das Kreuzband gerissen hatte.

Lippert wird alles tun, um im Spiel gegen Dynamo im Kader zu stehen. Sein U21-Trainer, der aus Fuchsmühl (Kreis Tirschenreuth) stammende Michael Köllner, kennt Lippert schon lange. Als damaliger DFB-Stützpunkt-Koordinator für Ostbayern entdeckte er ihn bei der SpVgg Weiden. Dennis sei ein Spieler, der alle Tipps aufsauge, charakterisiert Köllner den Blondschopf. "Er ist ein wendiger Bursche. Ein zuverlässiger, charakterstarker Spieler." Solche Kicker mag Köllner: "Er setzt seine Aufgabe 90 Minuten um." Und was fehlt noch? Köllner: "Er muss in seinem Spiel noch schlitzohriger werden."

Der Coach glaubt an Lipperts Talent. Und sollte es mit einem baldigen Einsatz bei den Profis nichts werden, dann würde der Weidener nicht verzweifeln, sagt Köllner: "Dennis wirft das nicht um. Er hat einfach eine hohe Fußballfreude. Egal, wo er spielt." In den nächsten Wochen würde sich Lippert aber auch gerne einmal auf die Ersatzbank setzen.

Ich bin jetzt schon in einer entscheidenden Phase. Es geht auch um einen neuen Vertrag.Dennis Lippert
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