18.02.2018 - 22:02 Uhr

Brutal schwer, brutal stark, brutal schön Löwen donnert den Club an die Tabellenspitze

Am Samstag gibt es die Steilvorlage, am Sonntag verwertet sie der Club. Am Rosenmontag nutzt der FCN den Düsseldorfer Patzer noch nicht. Aber sechs Tage später ...

"Da legst di nieder": Nürnbergs Hanno Behrens (am Boden) wird von Tobias Werner für seinen verwandelten Foulelfmeter zum 2:0 gefeiert. Werner war zuvor im Strafraum gefoult worden. Bild: Nicolas Armer/dpa
von Josef Maier Kontakt Profil

Es schien nicht sein Tag zu werden. Eduard Löwen wirkte auf dem Platz nicht sehr glücklich. Gerade erst hatte er einen Diagonalpass verzogen. Doch dann kam diese eine Szene: "Der Ball fällt mir schön auf den Fuß", erzählte der Allrounder des 1. FC Nürnberg nachher. "Und dann gehe ich das Risiko ein." Das Risiko wurde belohnt. Der Ball schlug nach dem wunderbaren Volleyschuss im unteren Tor-Eck ein - das 3:1 aus 18 Metern gegen MSV Duisburg war auch das Endergebnis. Die Club-Fans waren auch froh, dass Löwen seinen ursprünglichen Gedanken verworfen hatte: "Ich hatte mir schon überlegt, den Ball anzunehmen."

Auch ohne Möhwald

Mit dem Erfolg am Sonntag katapultierte sich der 1. FC Nürnberg an die Tabellenspitze der zweiten Fußball-Bundesliga. Ein Sieg, egal in welcher Höhe, und der Club ist nach dem 1:1-Patzer von Fortuna Düsseldorf am Samstag gegen Fürth Spitzenreiter - so war die Ausgangslage. Ehe es aber soweit war, hatten die Nürnberger einiges zu leisten: "Das war ein brutal schweres Spiel, gegen einen brutal starken Aufsteiger", war Club-Trainer Michael Köllner doch etwas geschafft. Und dann musste der Oberpfälzer auch noch kurzfristig auf seinen Kreativspieler Kevin Möhwald (muskuläre Probleme) und ohnehin auf Torjäger Mikael Ishak (Innenbandriss im linken Knie) verzichten. Aber einer vertrat die beiden irgendwie gleichzeitig: Kapitän Hanno Behrens spielte etwas offensiver als sonst und war auch treffsicher. "Das ist doch gut, wenn der Kapitän erkennt, dass er gefordert ist", freute sich Köllner über den Behrens-Auftritt. Der Blondschopf verwandelte zunächst einen an Tobias Werner verwirkten Foulelfmeter zum 1:0 (8.). Dann nutzte er ein starkes Zuspiel von Federico Palacios zum 2:0 (23.). Duisburgs Trainer Ilia Gruev staunte über so viel Abgeklärtheit der Nürnberger: "Die machen aus vier Chancen drei Tore. Das ist effizient." Die Gäste profitierten aber auch von einem Club-Bock. Beim 1:2-Anschlusstreffer kurz vor der Pause ließ Torwart Fabian Bredlow einen harmlosen Ball passieren. "Wir wussten erst gar nicht, was los ist", sagte Köllner. Plötzlich lag der von Moritz Stoppelkamp harmlos getretene Ball im Netz. "So was passiert", machte der Trainer seinem jungen Keeper keinen Vorwurf.

Dennoch war die Mannschaft dadurch bis in die zweite Hälfte hinein etwas verunsichert - bis eben Löwen kam. Der hätte übrigens ahnen können, dass er am Sonntag noch trifft. "Gegen Duisburg macht er anscheinend immer Traumtore", erinnerte Enrico Valentini an das Hinspiel. Beim damaligen 6:1 zauberte Löwen den Ball zwei Mal in den Winkel.

Kein MSV-Spiel mehr

Schade für ihn, dass es in dieser Spielzeit kein Spiel mehr gegen Duisburg gibt. Nächste Saison will Löwen aber sicherlich nicht mehr gegen den MSV spielen müssen.

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