01.05.2018 - 20:06 Uhr
Oberpfalz

Fans nach Braunschweig-Sieg schon in Partystimmung Ein Gänsehaut-Abend beim Club

Erfolge, Emotionen, aber auch Eingeständnisse: An diesem Montagabend war in Nürnberg beim Spiel gegen Braunschweig alles dabei. Der Club bewegt wieder eine Region.

Die Fans feiern die Spieler, und die Spieler die Fans: Nach einer starken Vorstellung gegen Braunschweig stehen die Nürnberger kurz vor der Rückkehr in die Bundesliga. Bild: bmr
von Josef Maier Kontakt Profil

Wenn schon nicht der Aufstieg gefeiert werden konnte, dann war es der Abend der großen Gesten: Kurz vor Schluss wechselte Michael Köllner Edgar Salli und danach auch noch Miso Brecko ein. Der eine hatte in den letzten Wochen viel Häme erdulden müssen, der andere war lange Kapitän, saß aber oft bei Spielbeginn nur auf der Tribüne. Der Club-Trainer wollte den gut 45 000 Zuschauern im Stadion zeigen: "Auch sie gehören dazu."

Gegen zweitbeste Abwehr

Der 1. FC Nürnberg gehört wohl bald wieder zur Creme de la Creme des deutschen Fußballs. Der Aufstieg in die erste Liga ist den Franken kaum noch zu nehmen. Und so war es auch Zeit für eine weitere große Geste, den Dank an die Mannschaft: "Was wir fußballerisch gezeigt haben, hat mich schon beeindruckt", meinte Köllner ergriffen. "Wir haben das abgebildet, was wir das ganze Jahr über trainieren." Beim mehr als verdienten 2:0-Erfolg am Montagabend gegen Eintracht Braunschweig war weniger beeindruckend, dass der Club gewonnen hatte, sondern wie er gewonnen hatte. "Gegen Braunschweig zwei Tore zu erzielen, ist nicht einfach." Die Niedersachsen haben mit nur 35 Gegentreffern die zweitbeste Abwehr der zweiten Liga.

Petraks große Freude

Doch die Nürnberger bearbeiteten immerzu den Eintracht-Beton, bis er kurz vor der Pause bröckelte. Ondrej Petrak war mit seinem 1:0 der Beton-Knacker. "Ich wollte schon in dieses Eck schießen, aber höher", meinte der Tscheche grinsend. Gottseidank tat er das nicht, denn so schlüpfte der Ball ins untere Eck. Petrak ist normal eher von der nüchternen Sorte, aber ab und an darf es auch ein Gefühlsausbruch sein. "Ein Super-Moment für mich, ein tolles Tor", freute er sich. Petrak ist ein Beispiel für den großen Zusammenhalt in dieser jungen Truppe. Oft kritisiert, kam er im Saisonverlauf im defensiven Mittelfeld kaum an Patrick Erras vorbei. Jetzt, wo er gebraucht wurde, war er aber da. "Er hat heute eines seiner besten Spiele für den Club gemacht", sagte Köllner. Kevin Möhwald hat schon einige gute Spiele für den Club gemacht, bei seinem 2:0 (48.) spielte er zunächst Pingpong mit den Gegnern. Danach genoss er nicht nur den Jubel seiner Kollegen für sein Tor: "Das war heute Gänsehaut-Stimmung im Stadion. Man kann nur den Hut vor den Fans ziehen."

Als alle Emotionen im Stadion etwas runtergefahren waren und es ruhiger wurde, verriet Köllner auch, dass er im März die Länderspielpause richtig herbeigesehnt hatte. "Wir mussten da nochmal nachjustieren." Der Trainer hat an den richtigen Schrauben gedreht." Seitdem holte der Club drei Siege und zwei Unentschieden. Seit dieser Zeit sind sie noch stabiler - und gefährlicher. "Was Valentini und Leibold heute veranstaltet haben, war großer Fußballsport", beschrieb Köllner den Schwung über die Außenbahnen. In der Innenverteidigung fiel nie auf, dass Eckpfeiler Ewerton fehlte. "Korrekt analysiert", sagte Köllner zu der Einschätzung, dass es der Brasilianer schwer haben werde, in die Stammformation zurückzukehren. "Lukas hat ein Riesenspiel gemacht", lobte er Mühl. Zusammen mit Georg Margreitter verteidigte der junge Niederbayer perfekt. Margreitter wird derweil immer mehr zum Führungsspieler: "Wir haben gezeigt, dass wir auch unter Druck unsere Leistung bringen können", meinte der Österreicher, der zugab, dass der Kieler Sieg in Ingolstadt schon im Kopf herumgeisterte. "Aber jetzt wollen wir uns das nicht mehr nehmen lassen und das in Sandhausen zumachen.

"Noch ist nichts passiert"

Zumachen, aufsteigen, der Club steht kurz davor. "Noch ist nichts passiert", bremst Köllner. Doch bei fünf Punkten Vorsprung bei zwei noch ausstehenden Spielen und dieser in den vergangenen zwei Spielen tollen Stabilität, sollte nichts schiefgehen. Die freudetrunkenen Fans wussten am Montag ohnehin schon mehr: "Nie mehr zweite Liga ..."

Was wir fußballerisch gezeigt haben, hat mich schon beeindruckt.Club-Trainer Michael Köllner
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