14.12.2017 - 12:42 Uhr
Sport

Junger Club-Spieler aus Weiden schuftet fürs Comeback Dennis Lippert und sein langer Kampf zurück

Anfang Februar das Debüt in der zweiten Liga, Ende März der Kreuzbandriss im linken Knie: Dennis Lippert erlebt binnen weniger Wochen alle Extreme des Profigeschäfts. Der junge Weidener vom 1. FC Nürnberg kämpft sich zurück.

Es wird noch ein bisschen dauern, bis Dennis Lippert wieder so köpfen kann. Für den Weidener beim 1. FC Nürnberg ist jetzt erst einmal wichtig, wieder laufen zu können. Bild: Soeren Stache/dpa
von Josef Maier Kontakt Profil

Dennis Lippert gehört zu den jungen Wilden beim 1. FC Nürnberg, Seine Profi-Premiere feierte er noch bei Trainer Alois Schwartz, der jetzige Coach Michael Köllner förderte ihn in der "Zweiten". Lippert ist seit einem dreiviertel Jahr außer Gefecht. Im Interview mit den Oberpfalzmedien spricht der 21-jährige Defensivmann über sein Comeback, Frust-Momente, Freunde und vermeintlich ganz leichte Gegner.

Hallo Dennis, der Club sprang am Montag mit dem Sieg in Düsseldorf auf Platz zwei der zweiten Liga. Wo haben Sie mitgefiebert?

Dennis Lippert: Wir haben das Spiel in unserer WG in Nürnberg gemeinsam geschaut. Ich wohne dort mit Manuel Feil aus unserer U21 und Johannes Golla, der jetzt in Bayreuth spielt und hier studiert. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, das war ein wichtiger Sieg. Wir sind jetzt ganz vorne dabei und haben etwas Abstand zum Vierten.

Ende März haben Sie sich das Kreuzband im linken Knie gerissen. Wie verläuft die Genesung?

Ich bin schon länger wieder im Aufbautraining. Viele Bewegungen muss man nach der langen Zeit erst wieder lernen. Es wird noch dauern, bis ich wieder auf dem Platz stehe

Gibt es einen Zeitplan?

Nein, ich habe da überhaupt keinen Druck. Das kann in einer Woche sein, in drei Wochen, ich weiß es nicht.

Gab es bisher Komplikationen im Heilungsprozess?

Ich hatte im Juli noch eine zweite Operation, da wusste ich schon, dass es länger dauern wird. Ich habe viel Muskulatur verloren, die baue ich jetzt wieder auf.

Wie schaffen es Vollblutfußballer vom Kopf her, monatelang gegen keinen Ball treten zu können und in der Reha jeden Tag schuften zu müssen?

Ich versuche mich etwas abzulenken, um nicht immer an die lange Pause zu denken. Es gibt Phasen, in denen man unbedingt spielen will. Es ist ja jetzt auch schon mehr als acht Monate her. Natürlich wäre ich jetzt ganz gerne in der Mannschaft dabei, es läuft ja super. Aber ich muss mich darauf konzentrieren, alles wieder gut aufzubauen.

Wir schaut das Ablenkungsprogramm aus?

So eine Reha schafft einen ganz schön, aber wenn es möglich ist, unternehme ich viel mit Freunden. Am Wochenende bin ich oft bei den Eltern und meinen alten Freunden in Weiden.

Patrick Erras hat das Gleiche durchgemacht wie Sie, er war mehr als ein Jahr außer Gefecht. Haben Sie sich mit ihm, von Oberpfälzer zu Oberpfälzer, öfter ausgetauscht?

Ja, vor allem in den ersten Wochen nach meiner schweren Verletzung haben wir viel geredet. Er konnte vieles aus seiner Sicht erzählen. Ich habe auch seinen Weg zurück auf den Platz sehr genau verfolgt.

Vor Ihrer Verletzung waren Sie als Linksverteidiger fast gesetzt. Mittlerweile hat sich Tim Leibold da richtig festgespielt. Auch Laszlo Sepsi ist zurück. Das wird eine harter Kampf um diese Position ...

Daran
denke ich noch nicht. Wichtig ist erst einmal nur, wieder auf dem Platz zu stehen. Wer weiß schon, was ist, wenn ich wieder fit bin.

Im letzten Punktspiel des Jahres geht es gegen das abgeschlagene Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern. Eine Pflichtaufgabe?

Nein, sondern ein sehr schwieriges Spiel. Vom Tabellenplatz darf man sich nicht blenden lassen. Ingolstadt hat dort auch nur 1:1 gespielt.

Zum Jahresabschluss kommt am Dienstag der VfL Wolfsburg zum Pokalspiel nach Nürnberg.

(Lächelnd) Da können wir schon mal zeigen, wie weit wir im Vergleich mit einem Erstligisten sind. Ich freue mich riesig auf das Spiel.

Und Weihnachten dürfte es auch für Sie ruhiger zugehen, oder?

So
viel Zeit für Ruhe werde ich nicht haben. Über die Feiertage bin ich in Weiden. Natürlich auch beim Oberpfalzmedien-Cup in der Mehrzweckhalle. Doch dann geht es schon wieder mit der Reha weiter.

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