21.02.2017 - 18:00 Uhr
Sport

Lippert und der Club bei 1860 chancenlos Ein Geburtstag zum Vergessen

München. Was macht ein junger Kerl an seinem 21. Geburtstag? Er geht mit seinen Kumpels einen draufmachen, oder er feiert mit der Freundin. Hätte Dennis Lippert vielleicht auch gerne gemacht, aber er musste ja arbeiten. "Geschenke" gab es trotzdem. Aber solche, auf die er liebend gerne verzichtet hätte: eine Pleite, eine Gelbe Karte und dann noch eine fette Prellung. "Den Geburtstag hatte ich mir wirklich anders vorgestellt", murmelte der junge Weidener vom 1. FC Nürnberg, als er Richtung Mannschaftsbus humpelte.

Der Sechziger Levent Aycicek (links) ist vor Dennis Lippert am Ball: Der junge Cluberer verletzte sich kurz vor Schluss. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Bild: dpa
von Josef Maier Kontakt Profil

Mit 0:2 verlor der Club am Montagabend das bayerische Zweitliga-Derby bei 1860 München. "Wir waren heute verdienter zweiter Sieger", merkte Club-Coach Alois Schwartz treffend an. Lippert wird seinen ersten auftritt in der Allianz-Arena noch einige Tage spüren. "Irgendetwas ist blockiert", stellte der Oberpfälzer selbst eine erste Diagnose. Bei einem Zweikampf kurz vor Schluss hatte ein Gegenspieler dem Geburtstagskind das Knie ins Becken gerammt. Dabei war Lippert noch einer, der sich ein bisschen wehrte und auch immer wieder versuchte, über die linke Seite Druck aufzubauen. Aber insgesamt war das alles zu wenig. "Die Sechziger haben agiert, und wir haben nur reagiert", fasste Thorsten Kirschbaum die 90 Minuten zusammen. Der Keeper selbst reagierte zwei Mal falsch. "Da hätte ich auf der Linie bleiben können", meinte er zum 0:1 (16.) nach einer Ecke, die zum Kopfballtor führte. "Und da hätte ich zwei Hände nehmen können", sagte er zum 0:2 (39.), als er einen Schuss aus 16 Metern passieren ließ. Eigentlich war damit die Partie schon vor dem Halbzeitpfiff gelaufen. "In der zweiten Hälfte lief es etwas besser", urteilte Schwartz. Gut war's noch lange nicht.

Etwa Gutes hat das Verweilen im Niemandsland der Tabelle - Platz 8 nach 8 Siegen, 5 Remis und 8 Niederlagen - dann vielleicht doch. Platz 3 ist weit weg, Platz 16 wohl keine Gefahr. Schwartz kann testen. "Wir sind in einer Phase, in der es Rückschläge gibt, aber auch wieder schöne Phasen, deshalb können wir die jungen Spieler da ganz gut einbauen", erklärte er. So eine blutjunge Mannschaft hatte der Club in seiner knapp 117-jährigen Geschichte wohl noch nie: Lukas Mühl (20), Patrick Kammerbauer (20), Abdelhamid Sabiri, Jubilar Dennis Lippert (21), später dann noch Lucas Hufnagel, Mikael Ishak und Shawn Parker (alle 23).

Frustrierte "Alt-Löwen"

Die Cluberer setzen - auch aus finanziellen Gründen - auf ein blutjunges Team, die Sechziger quasi auf ein neues. Der im Winter verpflichtete Trainer Vitor Pereira setzte gleich vier Neuankömmlinge des Winters im Derby ein: Die Torschützen Abdoulaye Ba und Lumor sowie Amilton und den Dänen Christian Gytkjaer. "Die Mannschaft wächst immer besser zusammen", freute sich der portugiesische Coach. "Die Balance ist nun besser." Das bedeutet nichts Gutes für die "Alt-Löwen" Stefan Aigner, Daniel Adlung oder Michael Liendl, die frustriert draußen saßen. Die Münchener Weltauswahl will schleunigst raus aus dem Zweitligakeller. "Wir können es sogar noch besser", drohte Sebastian Boenisch sogleich den kommenden Gegnern.

Nach den Chaos-Monaten strotzen die "Löwen" nur so vor Kraft. Spaß macht sich breit in der "Löwen"-Grube. Das kommt einem aber auch alles irgendwie bekannt vor.

Die Sechziger haben agiert, und wir haben nur reagiert.Club-Keeper Thorsten Kirschbaum

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