Lockerer Club-Trainer beichtet nach dem Sieg gegen Duisburg
Köllners "blöder Wesenszug"

Die Fans feiern Michael Köllner und Köllner die Fans: Der Club-Trainer freute sich am Sonntag über einen ganz wichtigen Sieg gegen Duisburg. Bild: Nicolas Armer/dpa
Sport
Nürnberg
19.02.2018
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Zeit, um Geheimnisse zu lüften. Club-Trainer Michael Köllner macht dies nach dem Sieg gegen Duisburg. Die Spieler sind deswegen enorm gefordert.

Michael Köllner beichtete das ganz offen: "Ich weiß, das ist ein blöder Wesenszug von mir", sagte der Club-Trainer spitzbübisch grinsend und lüftete sogleich das Geheimnis: "Ich bin nie zu hundert Prozent zufrieden. Das gibt es bei mir nicht."

Eine tiefe Verneigung

Dennoch war der Oberpfälzer auf der Bank des fränkischen Traditionsclubs nach dem 3:1 (2.1) am Sonntag gegen den MSV Duisburg gelöst wie selten zuvor. Köllner weiß nur zu gut, dass dieser Erfolg einer der wichtigsten in dieser Saison war. Und deshalb sagte er auch: "Ich kann mich vor der Mannschaft nur tief verneigen." Der Sieg, der den Sprung an die Tabellenspitze der zweiten Bundesliga bescherte, war keine Glanzleistung, aber er zeigte, wie enorm sich diese Nürnberger Mannschaft schon entwickelt hat.

Lob für Erras und Co.

"Wir haben heute stabilen Fußball gespielt", beschrieb es Köllner kurz und knapp. Vor ein paar Monaten hätte der Club so ein Spiel nicht gewonnen. Doch die Köllner-Elf verlässt sich mittlerweile auf die Grundtugenden: Gutes Passspiel, gute Ordnung, keine Schnörkel, total konzentrierte Abwehrarbeit. "Was unser Dreieck Ewerton, Margreitter und Erras heute geleistet hat, war schon eindrucksvoll", lobte Köllner den inneren Defensiv-Verbund. Vorne war die große Frage, wie der Club den längeren Ausfall der Tormaschine Mikael Ishak (bisher 12 Saisontreffer) verkraften kann: "Mikael ist ein so wichtiger Spieler. Nicht nur wegen seiner Tore, und weil er vorne die Bälle festmacht", sagt Eduard Löwen, Schütze des 3:1. "Ishak fehlt uns", urteilte Enrico Valentini. Es sei schon anders, wenn ein kleiner Spieler vorne spiele. Jammerei war das nicht. Denn der Außenverteidiger ergänzte: "Mikaels Ausfall aufzufangen, ist uns gut gelungen." Federico Palacios wechselte sich mit Tobias Werner und Edgar Salli in der Sturmmitte ab. Seinen Einsatz belohnte Palacios mit dem starken Zuspiel vor dem 2:0 von Hanno Behrens. "Oldie" Werner zeigte seine ganze Erfahrung in der Szene, die zum Elfmeter führte: "Das hat er wie ein Schlitzohr gemacht", grinste Köllner. Werner blieb im Strafraum plötzlich stehen, Duisburgs Nico Klotz stieß ihn um. Behrens verwandelte den Elfmeter zum 1:0. Auch den kurzfristigen Ausfall von Kevin Möhwald steckte der Gastgeber klaglos weg. "Wir haben genügend Alternativen", sagte der Coach.

Sieben Punkte liegt der Club jetzt vor Relegationsplatz drei. "Ich denke, dass wir es vorher schaffen können", hatte Köllner schon vor den Duisburg Spiel gesagt und meinte den direkten Aufstieg - ohne Umweg Relegation. Da müssen seine Kicker aber noch einige Mal ganz nah an 100 Prozent Leistungsvermögen ran - die vollen 100 Prozent gibt's ja nicht.
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