07.05.2018 - 11:16 Uhr
Oberpfalz

Meine Meinung zur Rückkehr des 1. FC Nürnberg in die Bundesliga Cool, cooler, Köllner: Meisterstück in Rekordzeit

Eine Meisterprüfung schon nach gut einem Jahr abzulegen - das ist neuer Rekord. Michael Köllner kann das nun von sich behaupten. Im März 2017 übernahm der Fuchsmühler den Cheftrainer-Job beim 1. FC Nürnberg, seit Sonntag hat er den Qualitätsnachweis in der Tasche, mit einer Eins mit Sternchen - Aufstieg in die Bundesliga.

von Josef Maier Kontakt Profil

Dabei hatte er nicht - wie einige behaupten - Top-Vor-aussetzungen für seine Arbeit. Wer als Tabellenzwölfter der Vor-Saison in eine neue Spielzeit startet, gilt nicht automatisch als Mitfavorit. Tobias Werner, Sebastian Kerk (der fast die ganze Saison ausfiel) oder Enrico Valentini vom Absteiger KSC waren gute Verstärkungen, aber keine großen Namen. Da hatten andere Klubs besseres aufgeboten. Doch Köllner hatte eine Gruppe mit Talent, und er hat es geschafft, eine Ansammlung von 27 unterschiedlichen Charakteren homogen zu bekommen. Selbst die, die Gründe hatten, unzufrieden zu sein, schossen nicht quer.

Köllner darf sich einen Gutteil des Aufstiegs, der doch eine kleine Überraschung ist, zuschreiben. Der Stiftländer blieb auch in den vergangenen Wochen, als es einige Male holperte, ganz ruhig. Er wusste um die Entwicklung "seines" Teams.

Eine Meisterleistung ist zudem, dass er sich nicht verändert hat. Ja, seine direkte Ansprache, so hört man, hat im Club-Umfeld schon die ein oder andere Schramme hinterlassen, doch er kommuniziert offen. Dabei versteckt er seinen Oberpfälzer Dialekt nicht. Seinen Glauben ohnehin nicht. Viele Gespräche mit ihm enden mit "So Gott will". Auf das Gottvertrauen wird er sich aber eine Etage höher nicht verlassen. Da ist ein weiteres Meisterstück nötig.

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