Nach 0:1-Pleite gegen Pauli will der 1. FC Nürnberg nun gegen Duisburg punkten
Enttäuschte Gesichter

Nach der 0:1-Pleite gegen St. Pauli konnten sich die Nürnberger Spieler nicht erklären, wie sie trotz zahlreicher Torchancen das Spiel aus der Hand gegeben hatten. Bild: Daniel Karmann/dpa
Sport
Nürnberg
12.09.2017
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Die 0:1-Niederlage des 1. FC Nürnberg gegen St. Pauli schmerzt Trainer Michael Köllner. Seine Mannschaft habe nie das Zepter aus der Hand gegeben. Trotzdem stand der Club am Montag ohne einen einzigen Zähler da. Jetzt will Köllner unbedingt am Samstag gegen Duisburg punkten.

Einen Vorwurf wollte Nürnbergs Trainer Michael Köllner am Ende keinem seiner Spieler machen. Man habe von der ersten Minute an hohen Aufwand betrieben und das Spiel im Griff gehabt. "Der Spielverlauf war phasenweise sehr einseitig", lobte der Oberpfälzer. "Wir haben mit Tempo nach vorne gespielt, doch am Ende zählen halt nur die Tore." Genauer gesagt ist es ein Tor, das der Gegner aus Hamburg nach gut einer Stunde erzielte. 0:1 hat der Club gegen St. Pauli verloren - die anfängliche Euphorie nach dem Traumstart mit sechs Punkten in der 2. Liga und dem Weiterkommen im DFB-Pokal ist verflogen. Seit drei Spielen sind die Franken ohne Sieg. Noch schmerzlicher ist, dass die Nürnberger gegen Pauli drei Punkte leichtfertig liegen haben lassen. "Wir sind natürlich enttäuscht. Heute waren die drei Punkte nicht unmöglich", sagt Köllner. Statt nach oben, ging es für den 1. FC Nürnberg ins Mittelmaß der Tabelle mit Platz 10.

Mittelstürmerproblem?

Viele Flanken des 1. FC Nürnberg fanden im Zentrum oft keinen Abnehmer. Und dies, obwohl die Außenbahnspieler Enrico Valentini und Tim Leibold ordentlich Druck auf ihrer Seite machten. Mikael Ishak saß indes zu Beginn auf der Ersatzbank. "Das war keine Entscheidung gegen Mikael", stellt Köllner klar. "In den letzten Tagen hat sich herauskristallisiert, dass es mit den Dreien - also Kevin Möhwald, Edgar Salli und Tobias Werner - funktioniert."

Hat der Club ein Mittelstürmerproblem? "Man kann den Eindruck haben", sagt Trainer Köllner, "trotzdem hatten wir genügend Möglichkeiten. Wenn du aber kurz nach der Halbzeit zweimal hintereinander nur das Aluminium triffst, dann sieht man, dass uns das letzte Glück gefehlt hat." Alle seine Spieler hätten sich "super präsentiert", sagt Köllner. "Wir hatten das Zepter in der Hand."

Und das obwohl nach einer halben Stunde Kevin Möhwald verletzt vom Platz musste. Der Offensivspieler zog sich eine Muskelverletzung. Ob Möhwald, mit bislang drei Saisontreffern bester Schütze beim Club, länger ausfällt, stand am Dienstag noch nicht fest. Nun müsse man das Beste daraus machen, fordert FCN-Kapitän Hanno Behrens. "Der Kader steht." Nach einem Spiel könne man ein Mittelstürmerproblem nicht festmachen. "Bisher haben wir ja in jedem Spiel ein Tor geschossen."

Keine Erklärung

Behrens fällt es schwer, zu erklären, warum der Club trotz vieler Möglichkeiten die Partie gegen St. Pauli aus der Hand gegeben hat. "Normalerweise geht der Ball bei so vielen Chancen auch irgendwann mal rein." Überzeugt ist der 27-Jährige hingegen von der Leistung seiner Teamkollegen: "Wenn wir so auftreten, werden wir noch viele Spiele gewinnen."

Vielleicht ist es ganz gut so, dass der Club schon in einigen Tagen wieder ran muss, um gar nicht so viel Zeit zum Grübeln aufkommen zu lassen. Am Samstag (13 Uhr) geht es für den 1. FCN zum MSV Duisburg. Fast trotzig sagt Trainer Köllner nach der unglücklichen Pleite: "Wir holen uns woanders die Punkte wieder."
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