05.02.2018 - 14:12 Uhr

Stark gegen Aue, Raigeringer Patrick Erras beim Club fast wieder der Alte "Man sehnt sich nach diesem Gefühl"

Weihnachten ist schon längst rum ums Eck, Michael Köllner hätte aber doch noch einen Wunsch: "Ich will, dass Patrick wieder eine Pass-Maschine wird." Der Club-Trainer hofft, dass Patrick Erras wieder dieser Ballverteiler wird, der der lange Mittelfeldspieler vor seiner schweren Knieverletzung war. Seit Freitagabend, dem 4:1-Sieg des 1. FC Nürnberg gegen Erzgebirge Aue, ist der Wunsch des Trainers schon ein wenig in Erfüllung gegangen.

Patrick Erras hat wieder mehr Zug zum Tor. Bild: bmr
von Josef Maier Kontakt Profil

Erras, der mit 12 Jahren seinen Heimatverein SV Raigering verließ und sich der Jugendabteilung des Zweitligisten anschloss, zeigte im Heimspiel gegen die Sachsen wohl sein bestes Spiel nach seinem Comeback, das sich über Wochen und Monate hingezogen hatte. Nach dem Kreuzbandriss im März 2016 hatte es häufiger Komplikationen gegeben. Immer wieder streikte der Körper. Die Erwartungen an den hochtalentierten 23-Jährigen sind beim fränkischen Traditionsclub aber weiterhin groß. Sportvorstand Andreas Bornemann betont immer wieder, dass der Raigeringer ein wichtiger Fixpunkt im Zukunftskonzept des 1. FC Nürnberg sei. "Der Trainer will von mir, dass ich mehr in die Tiefe spiele, dass ich mehr Risiko gehe", erläutert der Oberpfälzer Erras die Anforderungen seines oberpfälzischen Trainers Köllner. Er solle sich mehr zutrauen, impft der Coach seinem Spieler immer wieder ein.

So wie vor seiner Verletzung, als Erras die Mittelfeldzentrale des FCN nahezu alleine beherrschte und auch noch torgefährlich war. Schon kurz nach seinem Debüt im Oktober 2015 hatte er gegen Union Berlin seinen ersten Treffer im Profiteam gemacht. Sein bisher wohl schönstes Tor schoss Erras vor etwa zwei Jahren beim 1:0-Derbysieg bei 1860 München. Köllner ging die Torgefährlichkeit seines Mittelfeldmannes zuletzt etwas ab. Erras selbst auch, er hatte noch viel mit sich selbst zu tun, wirkte manchmal gehemmt. "Man stellt sich natürlich immer wieder vor zu treffen. Man sehnt sich nach diesem Gefühl", sagte Erras nach dem Aue-Spiel. Diese Sehnsucht kam auch in den langen Reha-Schichten immer wieder hoch. Seit Freitag, seit er den Ball zum 3:0 ins Netz köpfte, ist dieser Druck weg. Bei seiner Top-Leistung sieht sich der lange Schlaks aber noch nicht: "Da fehlen noch ein paar Prozent."

Am Sonntag und Montag durfte Erras, der vor und nach dem Training seinen so lange streikenden Körper besonders pflegt, wie seine Kollegen die Beine hochlegen. Ab Dienstag läuft die Vorbereitung auf das Spiel beim FC St. Pauli am kommenden Montag. Erras dürfte wieder von Anfang an dabei sein. "Ich brauche jetzt ein paar Spiele am Stück, um meine Top-Form zu erreichen", sagt der Raigeringer. Diesen Wunsch dürfte ihm sein Trainer erfüllen.

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