21.02.2018 - 16:43 Uhr

Sanierung der Delfinlagune Nürnberg hofft auf geringere Kosten

Die Sanierung der undichten Nürnberger Delfinlagune geht nur schleppend voran - ein Gutachten folgt dem anderen. Nun hofft die Kommune auf eine etwas günstigere Lösung.

von Agentur DPAProfil

Nürnberg.  Nach neuen Untersuchungen an der undichten Delfinlagune des Nürnberger Tiergartens hofft die Stadt auf eine preiswertere Sanierung als bisher gedacht. "Es besteht die Hoffnung, dass wir nur punktuell sanieren müssen und nicht komplett", sagte Tiergarten-Direktor Dag Encke am Mittwoch. "Im Idealfall kommen wir mit überschaubaren Maßnahmen zurecht", sagte auch der Nürnberger Baureferent Daniel Ulrich. "Der Beton sieht besser aus als gedacht." Aus zwei Becken der Lagune war zuletzt erneut das Wasser abgelassen worden, damit Gutachter sich den Beton, die problematischen Fugen und die Ein- und Auslässe für Wasserrohre genauer anschauen können.

Kurz nach Eröffnung der 31 Millionen Euro teuren Lagune 2011 war Salzwasser durch eine horizontal verlaufende Fuge am oberen Rand des Beckens ausgetreten und hatte ein Waldstück neben der Lagune beschädigt. Deshalb musste der Wasserspiegel um 15 Zentimeter gesenkt werden. Später zeigten sich durch das Salzwasser auch Schäden im Beton. Die Stadt macht für die Probleme Baufirmen und Planer verantwortlich. Derzeit laufen zwei Gerichtsverfahren - ein Ende ist bisher nicht absehbar. Allein für Gutachten hat die Stadt in den vergangenen sechs Jahren knapp 400.000 Euro ausgegeben. Der Schaden insgesamt betrage zwischen 2 und 6,5 Millionen Euro, sagte Ulrich.

Roman-Zement schont Delfine

Die Gutachter untersuchen unter anderem, wie tief das Salz in den Beton eingedrungen ist. Der Stahl im Kern sei bisher nicht erreicht, sagte Ulrich. Daher gebe es auch noch keine Probleme mit der Statik. Die Stadt hoffe nun, dass der Beton mit sogenanntem Roman-Zement mit einem hohen Kalkanteil abgedichtet werden könne, sagte Ulrich. Im Gegensatz zu Abdichtungen mit Kunststoffen, -harzen oder Folien sei dies die beste Lösung - günstiger und ohne Weichmacher, der den Delfinen schaden könne.

Ende des Jahres soll zudem ein neues Bauwerk entstehen, mit dem eine geregelte Notüberlauf-Entwässerung möglich ist - damit im Fall einer Havarie kein Salzwasser unkontrolliert in die Umwelt abgelassen werden muss. Die Kosten für diese Baumaßnahme sind noch unklar.

Tierschützer kritisieren die Delfinhaltung in Zoos seit Jahren. In Deutschland gibt es nach etlichen Schließungen neben der Nürnberger Anlage noch ein weiteres Delfinarium in Duisburg (Nordrhein-Westfalen). In Frankreich wurde jüngst die Nachzucht von Delfinen in Gefangenschaft verboten.

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