Spielwarenmesse in Nürnberg eröffnet
Tabaluga und Maffays Botschaft

(Foto: Frank Werner)
Vermischtes
Nürnberg
30.01.2018
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Klassiker: 70 Jahre Pustefix. (Foto: Frank Werner)

Der Kleinste ist bei der Neuheitenschau der Größte: Um Peter Maffay drängen sich bei der Spielwarenmesse in Nürnberg die Kameras. Der Rockstar hat nicht nur den kleinen Drachen Tabaluga dabei - sondern auch eine Botschaft.

Gut eine Stunde bleibt Rockmusiker Maffay am Dienstag beim Press-Preview in den Messehallen, begleitet von seiner 38 Jahre jüngeren Lebensgefährtin Hendrikje Balsmeyer. Maffay stellt neben dem ganzen Tabaluga-Merchandise auch den ersten Kinofilm über den kultigen Drachen vor. Ab Anfang Dezember ist der Streifen zu sehen, aufwendig produziert, mit Kosten im zweistelligen Millionenbereich, wie Produzent Helge Sasse nicht ohne Stolz erzählt. Das idyllische Grünland wird darin vom bösen Herrscher Artkos bedroht. Tabaluga nimmt den Kampf an - unterstützt von Eisprinzessin Lilli und seinem besten Freund, dem Marienkäfer Bully.

Eher aus dem echten Leben sind die Geschichten und Wünsche, die der 68-jährige Maffay in Nürnberg auf dem Herzen liegen. Er wirbt um Unterstützung für seine Stiftung, die Kindern in Not hilft. Jüngstes Projekt ist das Gut Dietlhofen im oberbayerischen Weilheim. Im Herbst 2015 hat der Rockstar das Anwesen erworben. Es soll benachteiligten und traumatisierten Jugendlichen Schutzraum bieten, erzählt Maffay. "Kinder glücklich machen", lautet seine Mission.

Dies ist natürlich auch das Ziel der Spielwarenmesse - vom kommerziellen Faktor ganz abgesehen. Ernst Kick, Vorstandsvorsitzender der Messe, freut sich über einen Ausstellerrekord. Mehr als 2900 Unternehmen aus 68 Ländern sind auf der bis zum 4. Februar dauernden Messe vertreten. Der gebürtige Weidener meint im Gespräch mit unserer Redaktion: "Wir haben eine lange Liste von Ausstellern, die nicht zum Zuge kommen. Unser Ziel ist es, die besten hier zu haben, es geht nicht um die Menge." Neu dabei seien in diesem Jahr Georgien, Russland und Spanien.

Lizensierungen im Trend

Die Messe verliere im Jahr im Schnitt zwei Prozent an deutschen Ausstellern. Die Gründe laut Kick: "Schließungen, Generationswechsel, Aufkäufe, Produktionsverlagerung ins Ausland - so wie halt die Märkte sind, ganz normale Bewegungen." Ein großes Thema auf dem Markt seien Lizensierungen. Kick: "Das ist natürlich auch stark mediengetrieben durch die Kinofilme, zudem ist das ganze saisonal entzerrbar." 40 Prozent des Jahresumsatzes werden zu Weihnachten gemacht, Lizenzen seien dagegen das ganze Jahr verkaufbar, weil immer etwas neu komme.

Kein Thema auf der Messe sei die Fußball-WM in Russland. Bei der WM 2006 in Deutschland habe die Fifa noch einen Stand auf der Messe gehabt - heuer Fehlanzeige. Kick: "Der Handel ist sehr sensibel, der weiß genau was verkaufbar ist und was nicht."

Drei große Trends setzt die Messe 2018: "Explore Nature", "Just for Fun" und "Team Spirit". Auf 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche soll den Kindern die Natur mit Experimenten nähergebracht werden. Außerdem geht es um Spiele ohne komplizierte Regeln und um soziale Interaktion - gewonnen werden kann nur in der Gruppe, der Gemeinschaftsgedanke steht im Vordergrund. Motto: Spielen ohne erhobenen Zeigefinger.

Auf "Agentenjagd"

Neben Maffay präsentierten am Dienstag weitere Promis die Neuheiten. Schmidt Spiele schickte Friedrich Liechtenstein (Musiker, Schauspieler, Moderator) auf "Agentenjagd", Shary Reeves (Moderatorin, Schauspielerin) probierte mit Kindern die neue Ravensburger-Reihe "tiptoi create" aus.

Auf der Messe können die Händler unter rund einer Million neuer und bewährter Produkte die passenden für ihre Kunden heraussuchen. Offiziell eröffnet wurde die 69. Spielwarenmesse mit einer Feier am Dienstagabend. An diesem Mittwochmorgen öffnen sich dann die Tore für Hersteller und Fachbesucher.
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