18.02.2018 - 20:00 Uhr

Familienbetriebe aus der Region sorgen bei internationaler Messe für regionalen Akzent "Bio" aus der Oberpfalz in aller Welt begehrt

In der Oberpfalz entwickelt sich biologische Erzeugung zum Wirtschaftsfaktor. Auf mehrere Hundert Beschäftigte bringen es in der Region die mittelständisch geprägten Familienbetriebe, die auf absolute Qualität der Lebensmittel setzen. Bei der international beachteten Messe "Biofach" mit mehr als 3200 Ausstellern in Nürnberg betonten die Oberpfälzer (neben den Franken) die regionale Note. Besonders aus dem Ausland war die Nachfrage enorm.

Dr. Dietrich Paper von AcanChia in Kümmersbruck setzt bei Bio auf Forschung und Entwicklung.
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

In mehr als 20 Länder exportiert "Billers Biowelt" die "Ehenbachtaler Spezialitäten". Das in Schnaittenbach (Kreis Amberg-Sulzbach) beheimatete Unternehmen mit 60 Mitarbeitern spezialisiert sich - neben Tees und Kräutern - auf selber kreierte Gewürzmischungen. Die Produkte stammen allesamt von nachhaltig wirtschaftenden, Bio-zertifizierten Importeuren (neben lokalem Eigenanbau). "Bio ist auch eine Einstellung. Es kommt nichts in die Tüte, was nicht gut ist", versichert Inhaber Erich Biller. Er findet es allerdings bedauerlich, dass das Qualitätsbewusstsein im europäischen Ausland viel aus ausgeprägter sei als im Inland: "Nur in Deutschland werden Lebensmittel geradezu verramscht."

Ein wahrer Hit auf der am Samstag zu Ende gegangenen Messe war der cremige "Oberpfälzer Mozzarella" der Biokäserei Wohlfahrt aus Weißenberg/Edelsfeld (Kreis AS). Der Betrieb mit seinen mehr als 20 Beschäftigten fokussiert sich auf den regionalen Direktvertrieb; so sind die Bio-zertifizierten Käsespezialitäten von Kuh, Ziege und Schaf u. a. auf den Wochenmärkten in Weiden und Sulzbach-Rosenberg zu finden. Angesichts der regen Nachfrage steht demnächst eine umfängliche Erweiterung der Produktionsstätte an.

"Die Nachfrage explodiert", freut sich Dr. Dietrich Paper. Die 2013 in Kümmersbruck (Kreis AS) gegründete Firma AcanChia konzentrierte sich zunächst auf diese Produkte. Apotheker Dr. Paper, einer der Mitbegründer des heute zehn Mitarbeiter zählenden Betriebs, rückt zunehmend Forschung und Entwicklung sowie Anbautechniken hochwertiger Heilpflanzen und Lebensmittel aus Südamerika in den Mittelpunkt. "Qualität ist das A und O", unterstreicht Dr. Paper die Reinheit der Produkte, die mikrobiologisch analysiert werden sowie frei von Pestiziden und Schwermetallen sind. Vor allem in die asiatischen Länder seien die Ausfuhren enorm hoch. Insgesamt gehen mehr als 50 Prozent der Produkte in den Export.

Zu den veganen Pionieren am Weltmarkt gehört das Unternehmen AVE (Absolute Vegan Empire) aus Nabburg mit 85 Mitarbeitern, die über 2500 Artikel versenden. Der Bio-Anteil liegt mittlerweile bei mehr als 50 Prozent. "Wir bilden die vegane Ernährung vom Frühstück bis zum Abendessen ab", betonte Hans-Peter Herzog am Messestand. Neu im Veganbereich ist u. a. eine spezielle Schokolade (2,29 Euro/80 Gramm), die ihren zarten Schmelz aus einer Nuss-Mousse schöpft.

"Rege Nachfrage aus dem Ausland", von Sri Lanka bis Kanada, verzeichnen die Mineralwasser von Kondrauer aus Waldsassen. "Das Design unserer Alu-bedampften Gastronomie-Flaschen kommt sehr gut an", erklärte Stefanie Bächer (Vertrieb/Marketing). Kondrauer kann zwar kein Bio-Siegel vorweisen, was angesichts der strengen gesetzlichen Auflagen auch keinen ernsthaften Sinn machen würde ...

Die Messe "Biofach" vergab am Freitagnachmittag den "Olive Oil Award" . Die besten drei der 80 getesteten und von der Uni Bayreuth untersuchten Olivenöle sind: "OOleum de la Via Verde" von AESA und "Organic Extra Virgin Olive Oil" von Aceites Canoliva (beide aus Spanien) sowie Extra Virgin Olivenöl "Primo" von Frantoi Cutrera aus Italien.

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