06.04.2018 - 08:07 Uhr
Oberpfalz

Pfarrei St. Laurentius gedenkt der Konnersreuther Resl 120. Geburtstag der Therese Neumann

Am 13. Februar 2005 eröffnete der damalige Regensburger Bischof und heutige Kardinal Gerhard Ludwig Müller (links) mit einem Festgottesdienst in Konnersreuth den Seligsprechungsprozess
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Therese Neumann wurde an einem Karfreitag geboren
Konnersreuth begeht morgen Sonntag den 120. Geburtstag der Resl – Seligsprechungsprozess läuft seit 2005

Von Josef Rosner

Konnersreuth. (jr) Der 13. Februar 2005 ist in die Geschichte der heute rund 1800 Einwohner zählenden Marktgemeinde Konnersreuth eingegangen. Damals eröffnete der heutige Kardinal Dr. Gerhard Ludwig Müller in Konnersreuth offiziell den Seligsprechungsprozess für Therese Neumann. Morgen Sonntag könnte die Resl ihren 120. Geburtstag feiern. Die Pfarrgemeinde Laurentius tut dies mit zwei Gottesdiensten um 9 Uhr und um 10.30 Uhr, wobei Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr jeweils die Predigt halten wird und dabei speziell auf Therese Neumann eingehen will. Der 9 Uhr-Gottesdienst wird vom Kirchenchor, Leitung Matthias Schraml umrahmt.

Mit Eröffnung des Seligsprechungsprozesses hat sich der Besucherstrom in die Marktgemeinde vervielfacht. Jährlich pilgern Tausende Gläubige und Neugierige in die Pfarr- und Marktgemeinde. Wer war nun eigentlich diese Therese Neumann, im Volksmund nur die Resl genannt?
Therese Neumann wurde am 8. April 1898, an einem Karfreitag, in Konnersreuth geboren. Sie war das älteste von elf Kindern ihrer gottesfürchtigen Eltern. Von 1904 bis 1911 besuchte sie die Volksschule ihres Heimatortes, die sie mit gutem Erfolg verließ. Als gesundes und kräftiges Mädchen trat sie bald danach in den Dienst eines benachbarten Landwirts, in dessen landwirtschaftlichen Betrieb sie mit vollem Einsatz bei schwerer körperlicher Arbeit mithalf. In diesen Jahren äußerte sie den Wunsch, als Missionsschwester nach Afrika zu gehen, sobald sie zuhause nicht mehr benötigt werde. Ihr Leben verlief jedoch ganz anders als geplant. Infolge eines Unfalls beim Löschen eines Brandes am 10. März 1918 war sie ab dem Kirchweihfest 1918 an gelähmt. Ab Mitte März 1919 kam eine völlige Erblindung dazu.
Therese Neumann ertrug dieses schwere Schicksal mit großer Ergebung. Am Tag der Seligsprechung der Therese von Lisieux (29. April 1923) wurde Therese Neumann plötzlich von ihrer Blindheit geheilt. Am 17. Mai 1925 wurde Therese von Lisieux heilig gesprochen, ab diesen Tag an war die Resl plötzlich von ihrer Lähmung befreit. Sofort unternahm sie erste Gehversuche. Am 30. September des gleichen Jahres, dem Todestag der heiligen Therese, konnte die Resl wieder ohne Begleitung gehen. Erstmals stellten sich in der Fastenzeit 1926 die Phänomene bei Therese Neumann ein, die für großes Aufsehen sorgten. Von da an zeigten sich an ihrem Körper die Leidensmale Christi (Stigmatisation). Sie durchlebte ab dieser Zeit bis zu ihrem Tod die Passion, ein Ereignis, das Tausende von Menschen nach Konnersreuth führte. Die Resl wurde in kurzer Zeit weltbekannt.
Ab August 1926 hatte sich bei ihr auch das Hungergefühl eingestellt, so dass sie sich ab Weihnachten 1926 weigerte, Nahrung zu sich zu nehmen. Anfangs genoss sie nach dem Empfang der heiligen Kommunion noch einige Tropfen Wasser, doch von September 1927 an bis zu ihrem Tode verzichtete sie auch darauf. Ihre einzige Nahrung in den 35 Jahren blieb die Hostie, das eucharistische Brot, welches sie täglich empfing.
Therese Neumann starb am 18. September 1962 im Ruf der Heiligkeit. Vier Tage später wurde sie in ihrer Heimatgemeinde am Friedhof in einer Gruft beigesetzt. Über 7000 Trauergäste, unter ihnen auch der damalige Bayerische Landwirtschaftsminister Alois Hundhammer, wurden damals gezählt.
Therese Neumann hat auch nach ihrem Tode hinaus in Konnersreuth in bemerkenswerter Weise gewirkt. Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass die Spätberufenenschule Fockenfeld errichtet wurde. Das Anbetungskloster in Konnersreuth geht ebenfalls auf sie zurück, dass ein Jahr nach ihrem Tod vom damaligen Diözesanbischof Rudolf Graber eingeweiht wurde. Bis Ende 2004 gingen mehr als 40000 Bittgesuche bei der Diözese ein, für den Start eines Seligsprechungsprozesses. Dieser wurde am 13. Februar 2005 durch den damaligen Diözesanbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller eröffnet. Wie lange der Prozess noch laufen wird, ist bisher nicht absehbar. Zwar kommen immer wieder mal Meldungen, man sei auf einem guten Weg, doch konkrete Angaben seitens der Diözese gibt es nicht. Trotz mehrmaliger Nachfragen gab es auch dieses Mal keine konkrete Antwort.

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