12.02.2021 - 13:55 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg zeigt mit der Aktion "Zamhaltn" Verbundenheit während des Lockdowns

"Zamhaltn" - so heißt eine Aktion, die binnen weniger Tage in der Facebook-Gruppe „Amberg liefert“ entstanden ist. Den Ausschlag dazu gab ein Blogbeitrag auf der Webseite amberg-liefert.de, der für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat.

"Zamhaltn in Amberg" - das wird nun auch auf Plakaten, Flyern und Aufklebern sichtbar. So wie hier am Altstadtring beim Kurfürstlichen Schloss.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Aus einer öffentlichen Diskussion wird eine Gemeinschaftsaktion, die nun auch bald im Straßenbild zu sehen sein wird. Die Initiative "Zamhaltn" zeigt in Amberg mit Aufklebern, Flyern und Plakaten Gesicht. Michael Sandner erklärt, wie es zu der Aktion kam. Dabei blickt er zurück auf einen Blogbeitrag auf amberg-liefert.de von Ende Januar: „Wir wollen eigentlich nicht mehr, wir sehnen uns einfach nach Normalität. Dieses Gefühl erdrückt gerade viele von uns. Aber es gibt ein Rezept, wie wir diese Zeit meistern können: Achtsamkeit und Zusammenhalt“, hat er damals geschrieben. Zuvor war ihm aufgefallen, dass der Ton auch in der Facebook-Gruppe von "Amberg liefert" deutlich rauer geworden ist. Auslöser für diesen Wandel war die Einführung der FFP2-Maskenpflicht in Bayern. Ein paar Apotheken und andere Anbieter hatten ihre Angebote samt Preisen in der Gruppe veröffentlicht. Daraufhin entbrannten teils heftige Diskussionen um Preise, Sinnhaftigkeit und Durchsetzbarkeit der Regeln.

„Mir tat das wirklich weh zu sehen, wie Menschen, die sich ja oft gar nicht kannten, im Netz aufeinander losgingen“, sagt Sandner. Also schrieb er seine Gedanken dazu auf. Der Artikel rüttelte viele Mitglieder der Gruppe auf. So entstand schnell die Idee, das Thema zu einer Aktion für die ganze Stadt zu machen. Druckereien und Werbemittelhersteller boten ihre kostenlose Hilfe an, Einzelhändler und Gastronomen wollten Werbeflächen zur Verfügung stellen, und Privatleute sind bereit, bei der Verteilung der Plakate, Aufkleber und Flyer zu helfen. Alle Beteiligten arbeiten auf eigene Kosten, niemand verdient an der Aktion. Selbst die Plakatierung auf öffentlichen Flächen gab es zum Selbstkostenpreis. Und auch hier hielten die Amberger zusammen und finanzieren das gemeinsam.

Über die Initiative "Amberg liefert"

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Im zweiten Schritt, an dem Michael Sandner gerade arbeitet, geht es um noch konkretere Hilfen für die Unternehmer. Denn ihm ist klar, dass die alleine mit Takeaway-Essen und Click-und-Collect auf lange Frist nicht überleben können. Jetzt geht es ihm darum, ein Netzwerk aus Interessensverbänden, Kammern und öffentlichen Einrichtungen zu schmieden, damit die berechtigten Forderungen auch an die richtige Stelle kommen und zugesagte Hilfen auch fließen können. Ein solches Netzwerk sei dringend notwendig. „Weniger Wut. Mehr Mut“ ist das Motto dazu. Ganz bewusst sollen alle Beteiligten dabei auf politische Aussagen verzichten. Jetzt sei nicht die Zeit, nach politisch Schuldigen zu suchen oder Wahlkampf zu betreiben.

Wer dabei sein möchte, kann sich unter zamhaltn.amberg-liefert.de jederzeit kostenloses Material bestellen.

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