07.09.2020 - 15:42 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger BI und Conrad-Stiftung sagen Altersarmut den Kampf an

"Amberg hilft Menschen" hat ein neues Standbein: Die BI kümmert sich neben Flüchtlingen jetzt auch ums aktuelle Thema Altersarmut. Dagegen setzt sie in Kooperation mit der Conrad-Stiftung ein Signal der Hoffnung und echter Alltagshilfe.

Oft müssen Senioren mit geringen Renten jeden Euro zweimal umdrehen. Wenn der Geldbeutel dann selbst für das Allernötigtste nicht mehr genug hergibt, will die BI „Amberg hilft Menschen“ in Kooperation mit der Klaus-und-Gertrud-Conrad-Stiftung helfen. Wie das auf Antrag möglich ist, darüber klärt ein Faltblatt auf, das beide Partner jetzt zum Start des Projekts herausgebracht haben.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Bisher war "Amberg hilft Menschen" vor allem für seine aktive Unterstützung von Flüchtlingen in der Region bekannt. Doch sowohl der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Michael C. Geiss, als auch sein Onkel Klaus Conrad haben von jeher ebenso ein Herz für ältere Leute, die oftmals durch geringe Renten nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Bei Klaus Conrad und seiner Frau Gertrud, nach denen die Stiftung des Unternehmer-Ehepaars aus Hirschau benannt ist, drückte sich das schon durch Millionenspenden aus.

Mehr zur BI "Amberg hilft Menschen"

Schon Millionen gespendet

Allein 2,5 Millionen Euro hat das Hilfswerk der beiden zum Beispiel für die Entstehung von Betreutem Wohnen in seinem Heimatort beigesteuert, das gleichnamige Haus Conrad im Zentrum der Kaolinstadt dadurch mit zwei Bauabschnitten gar erst möglich gemacht. Und auch Menschen, die sich ohne Zuschuss die Versorgung mit Essen auf Rädern nicht leisten können, unterstützt die Klaus-und-Gertrud-Conrad-Stiftung.

Von ähnlich praktischer Natur ist das neue Projekt "Gemeinsam gegen Altersarmut und Einsamkeit", mit dem Ambergs BI als Träger nun an die Öffentlichkeit geht. "Weil Sie es wert sind", lautet der Untertitel auf einem Faltblatt, das Hintergründe und Details nennt. "Altersarmut bedeutet Scham und Ausgrenzung, weil man am Leben nicht mehr teilnehmen kann", heißt es da voller Verständnis - und weiter: "Wer jahrzehntelang gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hat, nicht mehr arbeiten kann, oder dessen Einnahmen aus einem Nebenerwerb von der kleinen Rente abgezogen werden, der kann unverschuldet schnell in eine Notlage geraten." Hier will die neue Aktion helfen, und zwar "ganz besonders dann, wenn es nicht einmal mehr reicht für zwei Mahlzeiten am Tag".

Wenn teure Geräte kaputtgehen

Aber auch bei konkreten Anschaffungen springt sie auf Antrag ein: Zum Beispiel bei Sehhilfen, Hörgeräten, Rollstühlen und Rollatoren oder auch mit Zuzahlungen für Medikamente und medizinisch wichtige Hilfsmittel, wenn diese von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Und nicht nur das: Selbst wenn die Waschmaschine, der Kühlschrank oder Fernseher den Geist aufgibt, die alte Matratze durchgelegen oder das ganze Bett nicht mehr altersgerecht ist, wollen BI und Conrad-Stiftung nach Prüfung eines entsprechenden Antrags Hilfe leisten - auch bei kleineren Einkäufen von Kleidung und Schuhen, wenn diese "unbezahlbar" erscheinen.

Auch Kontakt wird gefördert

Damit betroffene Senioren mit Familie und Freunden in Kontakt bleiben können, sollen altersgerechte Telefone oder der Anschluss an einen Hausnotruf auch im Bereich des Möglichen sein, schildert das Faltblatt, das nur einschränkt, dass die Entscheidung über die entsprechende Unterstützung "im Rahmen des Antrags sowie der verfügbaren Mittel erfolgt". Und, wenn durch die Coronazeit keine Gefahren mehr drohen, dann will die BI nach Auskunft von Michael Geiss verstärkt auch gesellschaftlich Hilfe leisten, indem sie Bedürftigen beim Besuch von Veranstaltungen, Theater, Kino, Ausflügen und Feiern unter die Arme greift.

Bereits Anfang Februar kündigten Oberpfalz-Medien die frisch geborene Projektidee an

Amberg
Hintergrund:

Wer für die Hilfe infrage kommt: Rentner, die in der Bundesrepublik gearbeitet haben und eine deutsche Rente erhalten, die fürs Allernötigste nicht reicht. Außerdem bedürftige Bezieher von Erwerbsunfähigkeits-, -minderungs- und Witwenrente sowie aufstockender Grundsicherung im Alter.

So wird die Unterstützung geprüft: Antrag anfordern bei BI „Amberg hilft Menschen“, c/o Werner Konheiser, Kochkellerstraße 1, 92224 Amberg.

Weitere Infos: info[at]amberg-hilft-menschen[dot]de, www.amberg-hilft-menschen.de, Tel.: 0160/95 50 04 34

Konto für Spenden ans Projekt: Iban: DE 35 7525 0000 0021 3065 92, Sparkasse Amberg-Sulzbach.

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