05.07.2020 - 11:06 Uhr
AmbergOberpfalz

Nach Corona-Lockerungen: Lieber ins Hocko als ins Waldbad

Familie Keil ist normalerweise Stammgast im Sulzbach-Rosenberger Waldbad. Jetzt zieht es Mama Kerstin und Papa Markus mit Tochter Annika (5) und Sohn Jacob (12) aber nach Amberg ins Hockermühlbad. Das hat einen ganz bestimmten Grund.

von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Warme Sommertage genießt Familie Keil aus Sulzbach-Rosenberg am liebsten im Waldbad ihrer Heimatstadt. "Wir waren immer Dauerkartenbesitzer. In den vergangenen Jahren waren wir nie woanders im Bad", sagt Kerstin Keil, die sich am Samstag mit ihrem Mann Markus und den Kindern Annika und Jacob dennoch auf den Weg nach Amberg ins Hockermühlbad gemacht hat. Denn im Gegensatz zum Waldbad sind im Hocko seit Freitag, 3. Juli, alle Bereiche wieder von 8 bis 20 Uhr geöffnet: die Liegewiese, der von Annika (5) bevorzugte Wasserspielplatz und der Sprungturm, auf den sich Jacob (12) freut. Anders die Situation in der Nachbarstadt. Maximal 100 Badegäste sind gleichzeitig im Waldbad erlaubt. In Amberg sind es 1100. Zwar dürfen auch die Sulzbach-Rosenberger in ihrem Bad mit Ausnahme das Planschbeckens alle Bereiche besuchen, doch: Nach 90 Minuten ist Schichtwechsel. Dann dürfen die nächsten 100 ins Bad. Das Zwei-Stunden-Modell beginnt morgens um 9 Uhr und endet um 18.30 Uhr. "Für uns ist das ein Witz. Als Familie rentiert sich das gar nicht", sagt Kerstin Keil, deren Mann Markus ebenfalls den Kopf schüttelt: "In Amberg sieht man ja, dass es auch anders geht. Die Regeln lassen das ja jetzt zu. Ich verstehe nicht, warum das im Waldbad nicht auch so gemacht wird." Der Vorteil eines Besuchs im Amberger Hockermühlbad: "Wir können so lange bleiben, wie wir wollen."

So ging es am Wochenende vielen. Auch Jonas Klier. Der Amberger war am Samstag mit Freunden im Freibad, um Beachvolleyball zu spielen. Denn auch das ist wieder erlaubt: "Ich find's cool. Es ist auch sehr schön, dass hier keine Maskenpflicht besteht." Ein Mund-Nase-Schutz ist im Hocko nur im Kassenbereich und in den Umkleiden vorgeschrieben. Wer eine Saisonkarte besitzt, muss sich einmalig registrieren und kann sich an allen Öffnungstagen von 8 bis 20 Uhr frei bewegen. Wer sich für Einzeltickets entscheidet, muss seine Daten jedes Mals auf Neue auf einem speziellen Ausdruck hinterlassen, den es an der Kasse gibt. "Viele bringen ihn aber schon ausgefüllt mit, weil wir den Vordruck auch auf unserer Homepage veröffentlicht haben", sagt Stadtwerke-Sprecherin Karoline Gajeck, die am Wochenende eine erste positive Bilanz nach den seit Freitag geltenden Lockerungen zog. Zuvor war nur das Schwimmerbecken offen: "Es läuft alles nach Plan und sehr diszipliniert ab."

Die Besucher-Obergrenze von 1100 war am Freitag, Samstag und Sonntag kein Problem und konnte eingehalten werden. "Viele trauen sich vielleicht noch nicht", vermutet Gajeck und berichtet, dass in der Vergangenheit an heißen Sommertagen gut und gerne 3000 Gäste gezählt wurden, allerdings: "Ich glaube nicht, dass das in Corona-Zeiten auch so sein wird." Gajeck ließ am Samstag zudem wissen, dass in den nächsten Tagen eine Entscheidung zu erwarten sei, wann und unter welchen Bedingungen auch das Kurfürstenbad wieder öffnen kann. Es ist wegen der Corona-Pandemie seit 18. März geschlossen.

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