22.07.2020 - 15:05 Uhr
AmbergOberpfalz

Gut geplant ist halb geradelt

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Auf einer Radtour kann so einiges schiefgehen, was für Frust und Ärger sorgen kann. Deshalb ist Vorbereitung das A und O, sagt Expertin Marita Gierke. Und sie gibt Tipps, was im Gepäck keinesfalls fehlen darf.

Marita Gierke ist Vorsitzende des ADFC im Kreis Amberg-Sulzbach und zertifizierte Tourenplanerin
von Holger Stiegler (STG)Profil

Rad aus dem Keller oder aus der Garage holen, aufsteigen und dann losfahren - so kann man das freilich spontan machen. Wer allerdings allein oder mit einer Gruppe eine längere Fahrradtour machen will, sollte sich etwas Zeit für die Planung nehmen.

"Die Rahmenbedingungen sind für jede Tour anders", sagt Marita Gierke. Sie ist nicht nur Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) im Kreis Amberg-Sulzbach, sondern auch eine zertifizierte Tourenleiterin. Gut 3000 Kilometer legt die 64-jährige Ambergerin pro Jahr auf ihrem Fahrrad zurück - also nicht gerade wenig.

In der Gruppe oder alleine?

Vom Prinzip her unterscheiden sich die wesentlichen Etappen der Tourplanung nicht - ganz egal, ob man in der größeren Gruppe, zum Familienausflug oder eben alleine aufbricht. "Am Anfang steht natürlich die Frage: Was und wo ist das Ziel?", sagt Gierke. Steuert man eine Gaststätte an, möchte man ein Museum beziehungsweise andere Sehenswürdigkeiten besuchen oder einfach die Natur bewundern - dies sind dann Impulse für weitere Überlegungen: Wie lauten die Öffnungszeiten, braucht man eine Vorreservierung? Mit der Auswahl des Ziels eng verbunden ist auch die geplante Fahrtzeit. "Fahre ich die ganze Strecke mit dem Fahrrad oder reise ich erst eine Etappe mit dem Auto oder Bahn an?", fragt Gierke.

Wichtig für die Zeitplanung einer Tour ist natürlich auch, wie viele Personen dabei sind und welche Räder zum Einsatz kommen. "Je größer die Gruppe ist, umso mehr Zeit sollte man einplanen. Das liegt einfach in der Natur der Sache", weiß die Expertin. Probleme sieht sie nicht, wenn E-Bike-Fahrer und "normale" Radler miteinander auf Tour gehen. Da finde man recht schnell die für die Gruppe passende Geschwindigkeit, außerdem könne man Treffpunkte vereinbaren, wenn die E-Biker an manchen Stellen vorausfahren beziehungsweise einfach schneller vorwärts kommen.

"Wenn man sich die Strecke aussucht, gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten." Zur Planung empfiehlt sich eine Mischung aus Fahrradkarten wie die ADFC-Radtourenkarten, Reiseführern und Fahrradseiten im Internet. Wer ganz modern ist, fährt mit GPS-Gerät. Der Vorteil liegt auf der Hand: Man muss nicht mehr absteigen, um die Karte zu studieren, und verfährt sich praktisch nicht. Die Daten für die elektronisch geführte Tour kommen von spezieller Software oder aus dem Internet.

Apps statt Karten

Mit GPS-Systemen wie beispielsweise Komoot lassen sich Radtouren perfekt zusammenstellen

"Man kann schon sagen, dass die gedruckten Karten nicht mehr den hohen Stellenwert wie früher haben", so Gierke. Sie selber schwört bei ihren Planungen auf den App-Anbieter Komoot, der außer der Strecke an sich beispielsweise auch die Wegbeschaffenheit und die Höhenprofile "ausspuckt". "Die geplante Tour ist im Handy gespeichert - und das funktioniert", stellt Gierke fest. Großen Wert sollte man darauf legen, dass man von den Hauptverkehrsstraßen wegkommt.

Essenziell für eine Radtour ist das richtige Gepäck - neben Getränken und Brotzeit dürfen natürlich auch Sonnencreme, Insektenabwehr, Regenschutz und eventuell Wechselkleidung nicht fehlen. "Und auch wenn es keine Helmpflicht gibt - er gehört zum Radfahren einfach dazu", betont Gierke. Auch passieren kann auf jeder Tour etwas, eine kleine Erste-Hilfe-Ausstattung ist deshalb nie verkehrt. Und auch vor einem "Platten" ist man nie gefeilt. "Ich empfehle immer, dass jeder einen Ersatzschlauch dabei hat, das ist effektiver als die Flicken", so Gierke.

Wer Touren plant, muss auch auf die Wegbeschaffenheit, die Fahrrad-Art und die Zusammensetzung der Gruppe achten.

Tipps für schwache Beine

Die Amberger ADFC-Vorsitzende ist eine klare Anhängerin des Freizeitradelns. "Mehr als 50 bis 60 Kilometer pro Tag müssen meiner Meinung nach nicht sein", sagt sie. Und sollten die Beine dann doch einmal schwer werden, empfiehlt sie - gerade im Sommer - einen See, einen Fluss oder ein Kneipp-Becken anzufahren. "Egal, ob man badet oder nur die Füße reinhält - es belebt auf jeden Fall", weiß sie aus eigener Erfahrung. Keine Bedenken hat Gierke, dass der Akku - also der "Echte" des E-Bikes - einmal komplett leer werden könnte und man antriebslos dastehe: Mittlerweile gebe es ein dichtes Netz an E-Bike-Ladestationen. "Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man praktisch in jedem Gasthaus das Ladegerät anstecken kann", so Gierke.

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