12.09.2021 - 15:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Kein Betrug: Zensus-Briefe kommen vom Landratsamt

Im Landratsamt Amberg-Sulzbach melden sich viele Bürger, die fürchten, es mit Betrügern zu tun zu haben. Die Behörde gibt Entwarnung: Die Unterlagen zum Zensus, die derzeit an Wohnungseigentümer versandt werden, sind echt.

Ein Kugelschreiber mit der Aufschrift "Zensus" . Seit 6. September werden im Landkreis Amberg-Sulzbach Fragebögen für eine stichprobenartige Befragung von Haus- und Wohnungseigentümern versandt.
von Externer BeitragProfil

Aufgrund Vorgaben der EU und des Bundes werden in Deutschland alle zehn Jahre stichprobenartig Bevölkerungsdaten über eine Volksbefragung („Zensus“) erhoben. Wegen der Corona-Pandemie wurde dies auf die Jahre 2021 und 2022 verschoben. Seit Anfang vergangener Woche werden Fragebögen an Haus- und Wohnungseigentümer versandt. Am Landratsamt Amberg-Sulzbach ist eine "Erhebungsstelle Zensus 2022" eingerichtet worden. Deren Leiter Hans-Jürgen Haas teilt mit, dass sich hier schon viele besorgte Bürger gemeldet haben: Sie fürchten, die Anschreiben, die sie erhalten haben, seien gefälscht und das Werk von Betrügern, die so an Daten kommen wollen. Haas betont, diese Sorge sei unbegründet: Die Zensus-Unterlagen sind echt, das Landratsamt hat sie versandt.

Die Amberg-Sulzbacher Behörde koordiniert diese Befragung für das Landesamt für Statistik. Es fordert in den per Post verschickten Anschreiben Wohnungseigentümer im Landkreis dazu auf, an der Vorbefragung zur Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) teilzunehmen. Die Angeschriebenen sind gesetzlich zur Auskunft verpflichtet. "Maximal elf Fragen sind über einen kurzen Online-Fragebogen innerhalb von fünf bis zehn Minuten zu beantworten", heißt es in einer Pressemitteilung des Landesamts: "Die Zugangsdaten für den Online-Fragebogen haben die auskunftspflichtigen Personen per Brief erhalten." Wer die Angaben nicht online melden kann, bekommt Mitte/Ende Oktober einen Papierfragebogen zugeschickt. Befragungen "an der Haustür oder am Telefon werden (in dieser Vorbefragung) nicht durchgeführt", betont die Behörde.

Ziel: Einheitliche Daten

"Die Eigentümer- und Gebäudedaten, die als Basis für die Vorbefragung und später für die Gebäude- und Wohnungszählung dienen, stammen aus verschiedenen Quellen, wie zum Beispiel den Vermessungsbehörden oder den Grundsteuerstellen", erklärt das Landesamt in seiner Preseinfo. Diese Daten sollen vereinheitlicht werden. Außerdem bildeten sie jeweils nur den Stand zu einem bestimmten Zeitpunkt ab. "Ereignisse, wie beispielsweise spätere Eigentümerwechsel oder Wohnortwechsel, sind möglicherweise noch nicht enthalten und sollen mithilfe der Vorbefragung ermittelt werden", verdeutlicht das Landesamt.

Anders als bei der Gebäude- und Wohnungszählung in der Haupterhebung im Jahr 2022 werden bei der Vorbefragung nicht alle Auskunftspflichtigen befragt. Die Entscheidung über deren Auswahl hängt laut Landesamt von der Struktur und der Aktualität der vorliegenden Daten ab. Die Befragten haben eine gesetzlich festgelegte Auskunftspflicht. Die Behörde erläutert: "Mit dem Zensus wird ermittelt, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Viele Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden beruhen auf Bevölkerungs- und Wohnungszahlen (zum Beispiel Zuschnitt der Wahlkreise, Entscheidungen über Bau von Straßen, Schulen und Kindergärten)."

Eine Bevölkerungszählung

Um verlässliche Basiszahlen für Planungen zu haben, sei eine regelmäßige Bestandsaufnahme notwendig, macht das Landesamt deutlich. In erster Linie würden hierfür Daten aus Verwaltungsregistern genutzt: "In Deutschland ist der Zensus eine registergestützte Bevölkerungszählung, die durch eine Stichprobe ergänzt und mit einer Gebäude- und Wohnungszählung kombiniert wird." Weitere Informationen zum Zensus 2022 in Bayern

Beim Zensus 2011 hatte Amberg auf einen Schlag rund 1000 Einweohner weniger

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